Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
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Natur & Reise
Warum heißt Grönland »Grünland« und Island «Eisland«?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Vor 1000 Jahren war es wahrscheinlich deutlich wärmer auf unserem Planeten als heute. In Ostpreußen und Schottland konnte Wein angebaut werden, und die Weizenfelder Norwegens reichten fast bis zum Polarkreis.
Im Harz wuchsen Kulturpflanzen in 200 Meter höheren Gegenden als heute. Klima-forscher bezeichnen diese Periode, die vom 9. bis 14. Jahrhundert andauerte, als „Mittelalterliche Warmzeit“. Die Menschen damals konnten sich glücklich schätzen. Die Temperaturen ließen das Getreide sprießen, Missernten blieben weitgehend aus.
Auch die früher oft lebensbedrohlichen Winter waren weniger streng. Genau in diesem Zeitraum landeten die Wikinger bei ihren Erkundungszügen in Grönland und Island. Gerne ließen sie sich an der Südküste Grönlands nieder: Die war tatsächlich fruchtbarer und grüner Boden – und wurde daher von den Wikingern „Grünland“ getauft.
Die Küstenregionen Islands dagegen scheinen von der Wärmeperiode des Mittelalters weniger profitiert zu haben. Die bergige, zerklüftete Landschaft und die vielen Gletscher sagten den Wikingern nicht so zu wie die sanften Küsten in Grönlands Süden – sie tauften die wenig einladende Region „Eisland“. Im 15. Jahrhundert aber brachen in Europa mit dem Beginn der „kleinen Eiszeit“ harte Zeiten an.
Vor allem Grönland entwickelte sich zu einem äußerst unwirtlichen Ort. Die Nachfahren der Wikinger mussten ihre Siedlungen aufgeben – doch der freundliche Name ist der Insel geblieben.
























