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Warum heißt es Missionarsstellung?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Nur Menschen paaren sich von Angesicht zu Angesicht. Mit Missionaren hat die Missionarsstellung allerdings nichts zu tun.
Woher kommt der Begriff "Missionarsstellung"?
Was haben Missionare mit der am häufigsten praktizierten Sexualpraktik, der Missionarsstellung, zu tun? Gar nichts. Professor Robert J. Priest (University Illinois, USA) entlarvte jetzt den amerikanischen Sexualforscher Alfred Charles Kinsey (1894–1954), Autor der ersten großen Sexualstudie »Kinsey-Report«, als Quelle der Falschbezeichnung. Wie es zu Kinseys Irrtum über die Missionarsstellung kam?
Der Sex-Forscher war etwas freizügig in der Interpretation eines Kollegen vorgegangen. Der hieß Bronislaw Malinowski (1884–1942) und befasste sich mit dem Sexualleben der in der Südsee beheimateten Melanesier. Malinowski habe notiert, so Kinsey, dass dort »beim gemeinschaftlichen Lagerfeuer Karikaturen der angloamerikanischen Stellung zur großen Belustigung der Eingeborenen vorgeführt wurden, die sie als die ›Position der Missionare‹ bezeichneten« – wobei mit Missionaren generell die Fremden aus Europa gemeint waren.
Das jedoch, so Priest, hat Malinowski nie geschrieben. Vielmehr stammt der Missionarsbegriff daher: Ältere Inselbewohner bezeichneten die von den Weißen übernommene neue Sitte, dass sich Liebespaare Händchen haltend in der Öffentlichkeit zeigten, missbilligend als »misinari si bubunela“ – Missionarsmode. Von der Kombination Missionar und Sexualpraktik als Missionarsstellung keine Rede.
Im Kinsey-Report aber eben doch, da klingt es auch um einiges aufregender. Dessen Langzeitwirkung ist nicht wegzudiskutieren, schließlich wird der Begriff Missionarsstellung heutzutage in Dutzenden von Sprachen, darunter Englisch, Italienisch und Französisch, verwendet und anderen Bezeichnungen wie »Deutsche Praktik«, »Vanilla« oder »Bambi-Sex«, die dasselbe meinen, deutlich vorgezogen.























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