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Warum heißen sie Schrebergärten?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Lange wurden sie als »Wellness-Oasen des Kleinbürgertums« bespöttelt, heute wünschen sich auch viele hippe Städter ein solches kleines Gärtnerparadies.
Doch die Wartelisten bei den Kleingartenvereinen sind lang, die Chancen, selber dort ein Stückchen Erde beackern zu können, nicht allzu groß. Der Namensgeber der Kleingartenkolonien, der Leipziger Arzt und Pädagoge Daniel Gottlob Moritz Schreber (1808–1861), würde sich vermutlich wundern über den Erfolgstrend, den er – ungeplant – ausgelöst hat.
Anfang des 19. Jahrhunderts beklagte der Erziehungsreformer die schlechten Entfaltungsmöglichkeiten von Stadtkindern und forderte mehr Grünflächen, die als Spiel- und Turnplatz dienen sollten. Erst einige Jahre nach seinem Tod legte sein Schwiegersohn, der Schuldirektor Ernst Innocenz Hauschild, in Leipzig eine Kleingartenanlage an, in der Kinder das Gärtnern erlernen sollten.
Doch weil die Kleinen die Lust verloren, war der »Schreberplatz« schnell von Unkraut überwuchert, bis die Eltern selbst zu Hacke und Spaten griffen. Aus den »Kinderbeeten« wurden »Familienbeete«, die man später parzellierte, umzäunte und »Schrebergärten« nannte. Bald bauten die Parzellenpächter sich kleine Holzhäuser auf ihrem Grundstück, die ersten »Lauben« entstanden. Das Leipziger Beispiel machte rasch Schule – heute gibt es in Deutschland über eine Million Schrebergärten mit einer Gesamtfläche von 46000 Hektar.
Fragt Claudia Meischeider, E-Mail

























