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Kultur & Gesellschaft

Warum hat Deutschland so viele Namen?

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Germany, Allemagne, Saksa (bei den Finnen) oder Niemcy (in Polen) – die unterschiedlichen Namen Deutschlands gehen auf seine eher chaotische Vergangenheit zurück. In den ersten Jahrhunderten nach Christus war die Vielfalt der Stämme, die auf dem Gebiet der heutigen Republik lebten, unübersichtlich groß.

Nachbarvölker nannten diesen Mischmasch meist nach dem Namen des Stamms, der ihnen am nächsten lag. Deshalb bezeichnen Franzosen, Spanier und Portugiesen die Deutschen als »Alemannen«, nach Stämmen, die ursprünglich aus dem heutigen Sachsen-Anhalt stammten, sich aber mehr und mehr Richtung Rhein angesiedelt hatten. Bedeutung des Worts: »Menschen« oder »Männer« (von: Manen).

Die Wurzeln des Worts Germany oder Germania sind unklar. Offiziell taucht die Bezeichnung zum ersten Mal beim griechischen Philosophen Poseidonios (ca. 135–51 v. Chr.) auf: Er schreibt über das Volk der Germanen, das zur Mittagszeit gebratenes Fleisch esse und dazu Milch trinke. Doch erst als Julius Cäsar 51 v. Chr. in seinem Buch vom gallischen Krieg von Germanen spricht, bürgert sich der Begriff im Römischen Reich ein – lange bevor die »Germanen« sich selbst als Volk begreifen. Wahrscheinlicher aber kommt das Wort von lateinisch »germen« (Keim, Spross, Stamm) und bedeutet: die leiblichen Verwandten, die Leibhaftigen, die Echten.

Die finnische Bezeichnung Saksa leitet sich von den Sachsen ab. Vermutlich waren sächsische Kaufleute die ersten »Deutschen«, mit denen die Finnen in Kontakt kamen. Deshalb bedeutet das Wort Saksa bei ihnen nicht nur Deutschland, sondern auch Trödelhandel. Warum Deutschland auf Ungarisch: »Németország« und auf Polnisch »Niemcy« heißt, ist bei Historikern umstritten. Möglicherweise stammt das Wort ab von »Die Stummen«: Menschen, mit denen man nicht reden kann, weil sie eine andere Sprache sprechen.

Und woher kommt unser Wort Deutschland? Vermutlich leitet es sich vom westfränkischen »theudisk« (zur Theoda – dem Stamm – gehörig) ab. Mit »theudisk« bezeichneten die fränkisch-germanischen Stämme ihre Sprache – als Abgrenzung zum Lateinischen und anderen romanischen Sprachen. Aus theudisk wurde diutisc und schließlich deutsch. Deutschland ist also das Land der Menschen, die deutsch sprechen. Und wie nennen uns die Chinesen? Weil sie den Zungenbrecher deutsch nicht aussprechen können, sagen sie: Déguó – was so viel heißt wie gütiges oder tugendhaftes Land! Was wieder mal beweist: Die Chinesen sind ein kluges Volk!

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