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Trend & Style
Warum haben Sumo-Ringer spezielle Friseure?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Bevor der Kampf losgeht, muss die Frisur sitzen. Bei der mehr als 1500 Jahre alten japanischen Sportart Sumo-Ringen gelten strenge Kampfregeln, auch auf Äußeres wird Wert gelegt - da darf kein Härchen aus dem speziell gebundenen Haarknoten, dem Chonmage, herausschauen. Die im Durchschnitt 155 Kilo schweren Ringer sind in Japan Superstars und werden schon von den Kleinsten vergöttert. Auch deshalb darf bei ihnen kein gewöhnlicher Friseur waschen, schneiden oder legen. Sogenannte Tokoyama bändigen die lange schwarze Haarpracht der Ringer. Dabei wird das Haar mit Wachs, Kämmen und Nadeln zu einem Knoten gebunden. Ein guter Tokoyama schafft das in 15 Minuten. Viele von ihnen gibt es aber nicht mehr. Der Grund: Im 19. Jahrhundert hat die Regierung den Haarknoten, damals die typische Frisur der Sumurai, verboten. Nur noch Sumo-Ringer dürfen ihn heute tragen, als eine Art Aufprallschutz für den Kopf.
Mit dem Verbot nahm auch die Zahl der Friseure ab, die in der Lage waren, einen richtigen Haarknoten zu binden. Diese Kunst üben weltweit nur noch etwa 50 Friseure aus. Auch heute noch dauert die Ausbildung zehn Jahre. Es herrscht dabei eine strenge Rangfolge mit insgesamt sechs Stufen bis zum Meister. Zieht sich ein Ringer aus dem Sumo-Leben zurück, wird der Haarknoten in einer Zeremonie mit Schaukämpfen und Musikeinlagen abgeschnitten. Zuerst schneiden Freunde und Förderer mit einer goldenen Schere nur eine Strähne ab. Danach legt der Meister des jeweiligen Vereins - Stall genannt - Hand an. Der gesamte Zopf fällt mit einem Schnitt zu Boden. Dabei bricht fast jeder der Ringer-Kolosse in Tränen aus.
P.M. Fragen & Antworten 05/2011

























