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Trend & Style

Warum gibt es so viele verschiedene Systeme bei Kleidergrößen?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Warum gibt es so viele verschiedene Systeme bei Kleidergrößen?Warum gibt es so viele verschiedene Systeme bei Kleidergrößen?
iStockphoto

Gestern noch Größe 38, heute schon 42? Keine Panik: Das muss nicht an Ihnen liegen. Erfahrene Shopper kennen das Problem: Auf Kleidergrößen ist kein Verlass mehr.

Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: Erstens ist kein Modedesigner verpflichtet, sich an vorgegebene Maßtabellen zu halten. Manche schneidern sich sogar ihre eigene Wunschkundschaft zurecht – so ist es für Frauen mit weiblichen Kurven wenig ratsam, einen Jil-Sander-Store zu betreten.

Zweitens hat fast jedes Land seine eigenen Kleidergrößen – schließlich dachte vor hundert Jahren, als die Konfektionsware die Maßschneiderei ablöste, noch niemand an globalisierte Märkte. Deshalb: Die deutsche Größe 38 ist in Italien eine 42, in Frankreich eine 40 und in Großbritannien eine 36 – oder eine zwölf! Jeansgrößen sehen wiederum komplett anders aus, weil hier die Maßeinheit »Inch« zugrunde liegt, und bei Bezeichnungen wie XS und XL ist der Willkür endgültig Tür und Tor geöffnet. Dass die Messungen, auf denen die Größen basieren, meist völlig veraltet sind, macht die Sache nicht einfacher.

Zumindest europaweit soll die babylonische Größenvielfalt in absehbarer Zukunft beseitigt werden. Eine Arbeitsgruppe des Europäischen Komitees für Normung (CEN) brütet schon seit rund zehn Jahren über einer verbindlichen EU-Norm für Kleidergrößen, der »EN 13402«. Weil das höllisch kompliziert ist – schließlich muss man den zierlichen Südländern genauso gerecht werden wie den langen Nordlichtern – lassen die endgültigen Ergebnisse bisher noch auf sich warten.

Nach dem letzten Stand der Dinge sollen die neuen Größen im nächsten Jahr eingeführt werden. Eines können wir aber jetzt schon verraten: Der Kunde wird auf dem Etikett seine wichtigsten Maße in konkreten Zentimeterangaben wiederfinden (Körpergröße, Brust- oder Hüftumfang). Mit der Größenschummelei wäre dann endgültig Schluss. Ob die Hosen dann auch wirklich besser passen, ist eine andere Frage – der menschliche Körper ist eben kein Normprodukt.

Wie werden die Grössen bei uns berechnet?

38, 42, 56 – ganz so willkürlich, wie sie klingen, sind die traditionellen Standardgrößen nicht: Die Kleidergröße für Männer errechnet sich aus dem Brustumfang geteilt durch zwei. Für die Damengröße werden vom Ergebnis dann einfach noch sechs Punkte abgezogen. Demnach sollte die Größe 38 für eine Frau mit 88 Zentimetern Brustumfang passen – eigentlich.

Eine ganz andere Formel steckt hinter der Schuhgröße: In Deutschland wird die Länge des Schuhs durch 0,666 geteilt, was der uralten Maßeinheit »Pariser Stich« entspricht. Die Italiener dagegen gehen nicht von der Schuh-, sondern der Fußlänge aus. Deshalb fallen italienische Schuhe für deutsche Verhältnisse größer aus.
 

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