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Natur & Reise

Warum gibt es im Regenwald so viele giftige Tiere?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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iStockphoto

In tropischen Regenwäldern tobt ein tödlicher Existenzkampf. Neunzig Prozent aller giftigen Tierarten tummeln sich hier auf engstem Raum und halten sich unerwünschte Feinde mit oft mörderischen Substanzen vom Leib.

Das beengte Zusammenleben ist einer der Hauptgründe, warum viele Tropenbewohner auf die Kraft der chemischen Keule bauen. Im Kampf um Nahrung und Lebensraum müssen hier besonders viele Rivalen aus dem Rennen geschlagen werden. Beispiel: der Pfeilgiftfrosch. Dieser hochgiftige Insektenfresser hüllt sich in einen Mantel aus Killersubstanzen wie Batrachotoxin, das in wenigen Minuten zu Atemlähmungen führt.

Gleichzeitig stolziert das possierliche Tier auffallend gefärbt durchs Leben – in der Verhaltensbiologie heißt dieser Trick „Aposematismus“. Wer jedem seine Gefährlichkeit mit grellen Schockfarben unter die Nase reibt, überlebt auch ohne stattliche Muskelpakete oder mächtige Körperwaffen.

Umgekehrt bauen aber auch typische „Angreifer“ wie die Schlangen auf die Stärken von Gift. Anstatt die Beute im Blätterwald mühsam zu jagen und mit ihr zu kämpfen, lässt sie sich auch energiesparend mit raffinierten Substanzen um die Ecke bringen. So können Giftschlangen klein und beweglich bleiben, was im dichten Dschungel einen unschätzbaren Vorteil bedeutet.

Ein solch hinterhältiges Wettrüsten lässt sich hierzulande nicht beobachten: In Deutschland ist keine einzige Schlangenart zu Hause, die einen gesunden Menschen mit ihrem Gift töten könnte.

Fragt Carla Roche, E-Mail

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