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Geschichte & Politik
Warum geht Augustus ohne Schuhe?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Kaiser Augustus, Herrscher eines Weltreichs, setzte mehr auf Diplomatie als auf Krieg. Dafür wurde er von vielen seiner Zeitgenossen heiß geliebt.
Sie ist eine der berühmtesten altrömischen Statuen und zeigt – überlebensgroß – den »Strahlemann« des Alten Rom: Kaiser Augustus (63 vor – 14. n. Chr.). Das Lockenhaar sowie das jungenhafte Gesicht ließen beim Fund in Primaporta (nördlich von Rom) keinen Zweifel an der Identität, zumal die Statue in den Resten der Villa von Augustus´ Ehefrau Livia Drusilla gefunden wurde.
Erhaben schaut und zeigt der Kaiser in die Ferne – eine heroische Geste, die gut passt zum soldatischen Outfit mit Brustpanzer, Tunika und einem lässig getragenen Mantel. Irritierend jedoch: Der große Feldherr geht barfuß, ohne die beim römischen Militär üblichen Sandalen. Das Detail ist ebenso vielsagend wie die Ornamentik auf dem Brustpanzer und wurde von den Zeitgenossen sofort verstanden. Die Motive auf dem Panzer sind inzwischen weitgehend »entziffert«.
Sie rühmen den Kaiser nicht nur als siegreichen Feldherrn, sondern auch als Friedensbringer, der dem Römischen Reich ein Goldenes Zeitalter beschert. So ist in der Mitte des Panzers symbolisch der Sieg über die Parther dargestellt – ein Sieg, den Augustus alleine durch Diplomatie erreicht hatte.
Die nackten Füße heben den besonderen Status des Kaisers hervor; üblicherweise wurden nur Götter, nicht Menschen, ohne Schuhe dargestellt. Augustus, ein Gott? Zeitlebens war er bemüht, den Kult um seine Person in Schach zu halten. Nicht aus Bescheidenheit, sondern vielmehr aus politischer Klugheit. Um keine Angriffspunkte zu liefern, zeigte er sich stets den alten Idealen der Republik verpflichtet. Ein »Primus inter pares« (der Erste unter Gleichen) wollte er sein – vergöttert wurde er trotzdem.

























