Eine Theorie, die nicht praktisch im Leben Anwendung finden kann, ist wertlose Gedankenakrobatik.
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Natur & Reise
Warum gehen Blaumeisen so oft fremd?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Lichtverschmutzung in der Nacht: Straßenlaternen, Leuchtreklamen oder dauererhellte Häuser wirken nicht nur auf uns Menschen, sondern auch auf die Tiere. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Seewiesen untersuchten zum Beispiel den Einfluss der nächtlichen Dauerbeleuchtung auf das Verhalten von Vögeln. Sie fanden heraus, dass die Tiere nicht nur durchschnittlich 80 Minuten früher als unter natürlichen Bedingungen zu singen anfangen, sondern dass sich auch ihr Fortpflanzungsverhalten ändert. Junge Blaumeisen etwa, die es sonst noch schwer haben, bei Weibchen zu landen, sind plötzlich begehrt - und nutzen ihre gestiegenen Chancen.
Sprich: Die Weibchen gehen häufiger fremd. Die Forscher, die eine Blaumeisenkolonie an einer beleuchteten Waldstraße über sieben Brutperioden hinweg beobachteten, vermuten, dass der frühere Gesang die Jungvögel reifer erscheinen lässt, als sie sind, und sie dadurch an Attraktivität für die Weibchen gewinnen. Die Kehrseite: Die Weibchen beginnen auch früher mit der Eiablage, oft schon, bevor die Natur genug Futter für die Jungen zur Verfügung stellt. Jetzt wollen die Ornithologen in einem nächsten Schritt die Überlebenschancen dieses Nachwuchses und die Folgen der vermehrten Seitensprünge für die genetische Qualität der folgenden Generationen untersuchen.
P.M. Fragen & Antworten 05/2011

























