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Warum entsteht ein "Atom-Pilz"?
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Der größte Atompilz erreichte eine Höhe von 64 Kilometern.
Am 6. August 1945 um 8:16 Uhr Ortszeit detonierte die amerikanische Atombombe »Little Boy« in etwa 600 Metern Höhe über der japanischen Stadt Hiroshima. Das Bild des aufsteigenden Atompilzes über der Metropole ging um die Welt und wurde zum Symbol atomaren Schreckens. Die Explosion der Bombe dauerte nur Bruchteile von Sekunden, kostete zwischen 130000 und 200000 Menschen das Leben und zerstörte 80 Prozent der Stadt.
Eine Atombombe entfaltet ihr schreckliches Potenzial immer nach demselben Schema, wobei von ihrer Gesamtwirkung rund 50 Prozent auf Druck, 35 Prozent auf Wärme und 15 Prozent auf radioaktive Strahlung entfallen. Die erste Energie nach der Detonation wird als Strahlung freigesetzt. Diese verpufft in der Luft und ruft einen gewaltigen Feuerball hervor.
Bei einer Ein-Megatonnenbombe, die umgerechnet etwa einer Millionen Tonnen TNT Sprengkraft entspricht, erreicht der Feuerball einen Durchmesser von 650 Metern. Im seinem Inneren entstehen ungeheurer Druck und Temperaturen bis zu 20 Millionen Grad Celsius. Bei dieser Hitze verbrennt unbedeckte Haut noch in einer Entfernung von zehn Kilometern.
Dann folgt eine gewaltige Druckwelle. Nach dieser beginnt die durch den Feuerball erhitzte Luft aufzusteigen, dabei saugt sie vom Boden Schmutz und kleine Steine auf, die den Stiel des charakteristischen Atompilzes bilden. Je höher die Luft steigt, desto mehr kühlt sie ab und dehnt sich aus – der Pilzkopf entsteht. Die maximale Höhe des Pilzes hängt ab von der Größe der Bombe, ihrer Detonationshöhe und der Wetterlage. Bei Bodenexplosionen entstehen durch den aufgewirbelten Dreck und Staub »dunkle Pilze«; bei Luftexplosionen zeigen sich »weiße Pilze«.
Bei der bisher stärksten Atomexplosion – mit der 50 Megatonnen schweren »Zar«-Bombe – erreichte der Atompilz eine Höhe von 64 Kilometern. Die Sprengkraft der russischen Bombe war 3000-mal stärker als die Hiroshima-Bombe.
Fragt Patrick Mahrholz, Nürnberg

























