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Wissenschaft & Technik

Warum dreht sich die Erde schneller?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Die Drehgeschwindigkeit der Erde erhöht sich um eine tausendstel Sekunde, wenn auf der Nordhalbkugel das Laub zu Boden fälltDie Drehgeschwindigkeit der Erde erhöht sich um eine tausendstel Sekunde, wenn auf der Nordhalbkugel das Laub zu Boden fällt
Die Drehgeschwindigkeit der Erde erhöht sich um eine tausendstel Sekunde, wenn auf der Nordhalbkugel das Laub zu Boden fällt
iStockphoto

40 Milliarden Tonnen Laub fallen auf der Nordhalbkugel auf die Erde und erhöhen deren Drehgeschwindigkeit.

Keine Sorge, wir kommen deshalb nicht ins Schleudern – aber es stimmt, dass sich die Drehgeschwindigkeit der Erde dann, wenn auf der Nordhalbkugel das Laub zu Boden fällt, um eine tausendstel Sekunde erhöht, also der Tag entsprechend kürzer wird.

Das liegt daran, dass die gigantische Masse an Blättern, die von den Bäumen fällt (ca. 40 Milliarden Tonnen), näher an die Rotationsachse der Erde gelangt, und dann gilt der „Drehimpulserhaltungssatz“: Wenn bei einem rotierenden Körper die Masse zur Drehachse hin verlagert wird, muss sich die Rotationsgeschwindigkeit erhöhen, um den Drehimpuls konstant zu halten. Das ist wie bei einer Eiskunstläuferin, die während einer Pirouette die Ellenbogen anlegt und sich dadurch noch schneller im Kreis dreht.

Gemessen wurde diese Veränderung in der „Fundamentalstation G“, die die Technische Universität München in Wettzell im Bayerischen Wald unterhält – das weltweit leistungsfähigste Gerät seiner Art: Ein zehn Tonnen schwerer Ringlaser mit einer Glaskeramikscheibe von 4,25 Metern Durchmesser und 25 Zentimetern Dicke. Die Rotation der Erde wirkt sich auf die optischen Prozesse im Lasersystem aus, sodass Veränderungen von einem Milliardstel der Erdrotation registriert werden können. Vor der Inbetriebnahme des Ringlasers im Jahr 2001 wurden solche Messungen mit Radioteleskopen aus dem Weltall vorgenommen.

Außer dem herabfallenden Herbstlaub der Nordhalbkugel (das Laub auf der Südhalbkugel fällt nicht ins Gewicht, dort sind weniger Bäume vorhanden) gibt es eine Reihe weiterer Ereignisse, die die Erdrota-tion beeinflussen, zum Beispiel Ebbe und Flut, Erdbeben, Vulkanausbrüche sowie Verlagerungen von Materialen im Inneren der Erde. Insgesamt wird die Rotationsgeschwindigkeit der Erde (1674 km/h am Äquator) alle hundert Jahre zwei Tausendstel Sekunden langsamer – trotz des Laubs der nordischen Wälder.

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