Eine Theorie, die nicht praktisch im Leben Anwendung finden kann, ist wertlose Gedankenakrobatik.
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Warum dreht sich alles, wenn man betrunken ist?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Das Gefühl des Gleichgewichts ist ein komplexes Gefüge aus verschiedenen Sinneswahrnehmungen, die alle perfekt harmonieren müssen. Dementsprechend empfindlich reagiert es auf Störungen. Neben der visuellen Wahrnehmung spielen jede Menge Fühler in Gelenken und Muskeln eine Rolle, sogenannte Propriorezeptoren, die dem Gehirn ständig Informationen über die Lage des Körpers im Raum und den Kontakt zum Boden senden. Auch ein komplexes Netzwerk aus Gängen und Kammern im Innenohr, der „Vestibularapparat“, ist an unserer Balance beteiligt: Die Räume sind mit verschiedenen Flüssigkeiten gefüllt, die bei Bewegungen des Kopfes ins Fließen kommen und dabei feine Härchen an ihren Wänden stimulieren – diese wiederum leiten dann entsprechende Signale an das Gleichgewichtszentrum im Stammhirn.
Wenn wir ein Glas zu viel trinken, verursacht das Gift im Alkohol eine Hemmung des Kleinhirns, das für die Feinabstimmung zwischen den Bewegungen von Auge und Körper zuständig ist. Dazu kommt, dass der Alkohol die Flüssigkeiten im Vestibularapparat unterschiedlich beeinflusst. Die Signale, die das Gehirn erreichen, geraten durcheinander. Und nicht zuletzt senkt Alkohol den Blutdruck, weil er die Gefäße erweitert. Alle drei Faktorenführen zu Schwindel. Ein todsicheres Mittel dagegen gibt es nicht. Manche schwören darauf, beim Schlafengehen ein Bein aus dem Bett heraushängen zu lassen – der Bodenkontakt sorgt angeblich für mehr Stabilität.
P.M. Fragen & Antworten 10/2011

























