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Zwischen Kloster, Küche und Kindbett

Warum die Frauen den Schmerz des Lebens tragen

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Sie werden jung verheiratet, sollen sich artig unterordnen und möglichst viele Söhne gebären – viel Raum für eigene Entfaltung bleibt da nicht ...

Der Überfall der Gesetzlosen ist gut geplant. Der Weg ist schmal, die kleine Handvoll Knechte ist damit beschäftigt, die Karren aus dem Schlamm zu ziehen, und die Angreifer sind ein verzweifelter Haufen, der nichts zu verlieren hat. Wilhelm Runtinger verflucht seine Idee, noch vor Ostern venezianische Stoffe nach Regensburg schaffen zu wollen, denn er hat viel mehr zu verlieren als die Ware, in der seine gesamten Finanzen angelegt sind. Auf einem der Wagen sitzt seine junge Frau Agneta ...

Wir schreiben das Jahr 1314. Agneta Runtinger, Wilhelms 21-jährige Frau, ist in einer Zeit aufgewachsen, die von den zarten Anfängen ständischer Freiheit und von den ersten schrecklichen Judenverfolgungen in Frankfurt, Nürnberg, Bamberg und Würzburg geprägt ist. Sie selbst hat ihre Kindheit und Jugend in einem Elternhaus verbracht, das nur zum Teil ihres war: Sie war das uneheliche Kind des Hausherrn. Agnetas Vater und ihre Stiefmutter haben schon früh damit begonnen, sie in die Heiratsüberlegungen ihres Hauses mit einzubeziehen. Agneta ist aufgeweckt, fleißig und arbeitswillig, und sowohl für einen Vater, der eine Tochter zu vergeben hat, als auch für einen jungen Bräutigam, der etwas aus sich machen will, sind diese Qualitäten wichtiger als eine reine Abstammung.

Agneta hat daher niemals empfunden, dass sie anders behandelt worden wäre als ihre Halbschwestern. Doch mit dem Erreichen des Mindestalters für die Eheschließung junger Mädchen (12 Jahre; bei Jungen: 14 Jahre) haben sich ihre Wege geteilt.
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