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Geschichte & Politik
War Angkor Wat die erste Megacity?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Angkor Wat ist die größte Tempelanlage der Welt, mitten im Dschungel von Kambodscha. Jetzt entdeckten Forscher, dass sie zu einer zu einer mittelalterlichen Megacity gehörte.
Zu Fuß, per Flugzeug und mit Hilfe von Satelliten haben australische, kambodschanische und französische Forscher den Boden vermessen und untersucht und konnten kaum glauben, was sich jetzt aus den gesammelten Daten wie ein riesiges Puzzle abzeichnet: Eine gigantische Siedlung lag einst dort, wo heute fast nur noch Dschungel wuchert – im Norden Kambodschas. Die Gegend ist bereits wegen der Tempelanlage »Angkor Wat« weltberühmt – dem größten religiösen Bauwerk der Erde.
Jetzt kommt eine weitere Zahl der Superlative hinzu. Die Siedlung, die den Tempel umgab, erstreckte sich auf einer Fläche von 1000 Quadratkilometern. Zum Vergleich: New York City liegt auf rund 1200 Quadratkilometern – zieht man seine Wasserflächen ab, sind es aber nur 800 Quadratkilometer. Auch Berlin liegt mit knapp 900 Quadratkilometern deutlich darunter.
Die mittelalterliche Metropole, deren Eckdaten vom 9. bis ins 16. Jahrhundert reichen, war lange Zeit das wichtigste Zentrum des mächtigen Khmer-Reiches, das sich über Südost-asien ausdehnte. Die Siedlung verfügte über ein weitverzweigtes Bewässerungssystem aus Flüssen, Kanälen und Stauseen, das es den Bewohnern ermöglichte, mehrmals im Jahr Reis anzubauen und ein enormes Vermögen anzuhäufen.
Wie genau das New York des Mittelalters zugrunde ging, wird gerade untersucht. Wahrscheinlich war es just jenes komplexe und immer komplizierter werdende urbane System, das den Menschen schließlich zum Verhängnis wurde. Um neue Felder anzulegen, rodeten sie bedenkenlos riesige Flächen. Das führte zu Erosion und Überschwemmungen. Im Laufe der Zeit laugten die Böden aus und die Deiche brachen. Ein Szenario, das uns zu denken geben sollte.

























