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Vulkanologie
Wann ist ein Vulkan tot?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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2010 ist das Jahr, in dem Vulkane mehr als sonst für Aufregung sorgen. Allen voran der isländische Eyjafjallajökull, der im Frühling den europäischen Flugverkehr über Tage lahmlegte.
Doch auch anderswo sorgten Aschewolken für Zerstörung und Flugverbote – der guatemaltekische Pacaya tobte wie lange nicht mehr. Ecuador meldete den Ausbruch des Schichtvulkans Tungurahua und Italien erheblichen „Schluckauf“ des Ätna. Eine Reihe von Vulkanen speit ohnehin pausenlos. Hier wie dort ist der Vulkanstatus eindeutig: aktiv.
Doch wie sieht es mit passiven „Schläfer“-Vulkanen aus, die wie in der deutschen Vulkaneifel schon ewig nicht mehr eruptiert sind? Die Antwort gab einige Monate vor dem Eyjafjallajökull-Ausbruch eine aufwendige TV-Produktion (RTL), deren These auch Wissenschaftler unterstützen. Sie lautet: In Deutschland könnte ohne allzu große Vorwarnung ein Vulkanausbruch stattfinden, selbst nach 10.000 Jahren Ruhe. Diese Zeitspanne mag für menschliche Verhältnisse eine lange Zeit darstellen, geologisch gesehen ist sie es nicht.
Ohnehin spielt die Zeit beim Vulkanismus weniger eine Rolle als vielmehr sogenannte Aktivitätsparameter, also Hinweise darauf, dass in einem Berg noch Vulkanisches passiert. Zu diesen Parametern zählen Hebungen und Senkungen sowie vulkanische Beben. Auch seismische Untersuchungen, bei denen analysiert wird, in welcher Geschwindigkeit elastische Wellen durch den Untergrund laufen, werden zur Bestimmung von vulkanischer Aktivität herangezogen.
Der Befund in der Eifel: Die Vulkane dort sind ganz und gar nicht tot. Erst im Sommer 2010 teilte das Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz mit, dass es in der Eifel vermehrt Schwarmbeben gibt und dass der Kohlendioxid- und Schwefelwasserstoff-Gehalt in den Mofetten, also den kohlendioxidhaltigen Quellen in Vulkangebieten, zugenommen hat.
Die Gefahr eines Ausbruchs ist erst dann vollständig gebannt, wenn sich Plattengrenzen über Jahrtausende so verschoben haben, dass die Vulkane von ihren Magmaquellen abgeschnitten wurden. Beispiel dafür in Deutschland: Beim hessischen
Vogelsberg ändert sich geophysikalisch nichts mehr, und es werden keinerlei Anzeichen mehr für vulkanische Aktivität registriert. Im Übrigen gilt auch für Vulkane: einmal tot, immer tot.
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