Ich bin bereit überall hinzugehen, wenn es nur vorwärts ist.
P.M. Hefte
Ausgabe
05/2013
Ausgabe
05/2013
Wie gefährlich sind die Geheimbünde von heute?
Wo finde ich meinen Genpartner?
Gibt es noch Länder ohne Internet?
Ausgabe
05/2013
Ausgabe
01/2013
Ausgabe
02/2013
Ausgabe
05/2013
Ausgabe
02/2013
Ausgabe
02/2013
113 qualitativ hochwertige Sudokus – für Anfänger, Fortgeschrittene, Experten und Champions
Zu gewinnen: drei E-Book-Reader!
Ausgabe
02/2013
Noch mehr Rätselspaß:
P.M. Logicals bringt Ihre grauen Zellen auf Hochtouren. Mit 44 anspruchsvollen Logik-Puzzles
Ausgabe
02/2013
Zitat des Tages
David Livingstone
Schon gewusst?
Was schwimmt im kleinsten Aquarium der Welt?
P.M. Online Newsletter abonnieren:
Sozialstaat
Von Klassenkampf und Klostersuppe
Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
Hier geht's zum aktuellen Heft »
Herrscher und Fabrikanten brauchten den kleinen Mann als Soldaten und Arbeiter. Deshalb gaben sie ihm politische Rechte und Anteil am Wohlstand. Doch in den letzten Jahrzehnten haben sich die Verhältnisse geändert, der Sozialstaat ist in Gefahr.
Von allen Versuchen, die Armut zu besiegen, war der des amerikanischen Farmerssohns, Offiziers, Spions und Ingenieurs Benjamin Thompson (1753–1814) einer der wirkungsvollsten. Zugegeben, er war wohl ebenso Hochstapler wie Genie. Dass er als Erster die Natur der Wärme erkannte, war mehr seinem Interesse an Kanonen zu verdanken als dem an Physik; dass er den Englischen Garten in München entwarf, entsprang einer Laune des Kurfürsten Karl Theodor, nicht seiner Liebe zum Gartenbau; doch die Brühe aus Erbsen, Graupen, Kartoffeln, Weizenbrot und saurem Bier, die er erfand, gehörte zu seinen eigentlichen Aufgaben als bayerischer Polizei- und Armeeminister. Das Gericht war Thompsons Rezept gegen die Krankheit, an der alle Staaten Europas zur Zeit der Französischen Revolution litten: den Hunger. Denn Hunger machte die Leute zu Bettlern, Dieben oder gar Revolutionären, zu »Gesindel« also, dessen Bekämpfung zu den Aufgaben eines Polizeiministers gehörte. Und was genauso schlimm war – Thompson dachte da als Aufklärer ganz modern – der Hunger schmälerte die Arbeitskraft dieser Menschen, die Leistungsfähigkeit des Staates und die Schlagkraft der Armee.
Das Gebräu, das Thompson 1792 den Titel eines Grafen von Rumford (nach dem Ort, wo er in den USA gewohnt hatte) einbrachte, schmeckte damals so grausig wie heute. Und doch machte die Rumford-Suppe als Standardgericht der deutschen Armenküchen Karriere. Denn sie war billig herzustellen und nahrhaft, und sie passte ideal in die Zeit, in der öffentliche Hand, Staat und Gemeinden sich des Problems der Armut annahmen.
Als arm sein noch keine Schande war
Von allen Versuchen, die Armut zu besiegen, war der des amerikanischen Farmerssohns, Offiziers, Spions und Ingenieurs Benjamin Thompson (1753–1814) einer der wirkungsvollsten. Zugegeben, er war wohl ebenso Hochstapler wie Genie. Dass er als Erster die Natur der Wärme erkannte, war mehr seinem Interesse an Kanonen zu verdanken als dem an Physik; dass er den Englischen Garten in München entwarf, entsprang einer Laune des Kurfürsten Karl Theodor, nicht seiner Liebe zum Gartenbau; doch die Brühe aus Erbsen, Graupen, Kartoffeln, Weizenbrot und saurem Bier, die er erfand, gehörte zu seinen eigentlichen Aufgaben als bayerischer Polizei- und Armeeminister. Das Gericht war Thompsons Rezept gegen die Krankheit, an der alle Staaten Europas zur Zeit der Französischen Revolution litten: den Hunger. Denn Hunger machte die Leute zu Bettlern, Dieben oder gar Revolutionären, zu »Gesindel« also, dessen Bekämpfung zu den Aufgaben eines Polizeiministers gehörte. Und was genauso schlimm war – Thompson dachte da als Aufklärer ganz modern – der Hunger schmälerte die Arbeitskraft dieser Menschen, die Leistungsfähigkeit des Staates und die Schlagkraft der Armee.
Das Gebräu, das Thompson 1792 den Titel eines Grafen von Rumford (nach dem Ort, wo er in den USA gewohnt hatte) einbrachte, schmeckte damals so grausig wie heute. Und doch machte die Rumford-Suppe als Standardgericht der deutschen Armenküchen Karriere. Denn sie war billig herzustellen und nahrhaft, und sie passte ideal in die Zeit, in der öffentliche Hand, Staat und Gemeinden sich des Problems der Armut annahmen.
Als arm sein noch keine Schande war
Autor/in: Stefan Primbs
Mehr zum Thema:
- Bücher, die die Welt veränderten
- Stasi und BND
- Interview
Einsortiert unter:






















Kommentar hinzufügen