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Voll Bart
Von Göttern, Denkern und Propheten
Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Bärte machen Männer. Was wären Karl Marx, Kaiser Wilhelm II. oder Fidel Castro ohne Bart? Der Bart war und ist das Markenzeichen zahlreicher berühmter Persönlichkeiten von Dschingis Khan über Wladimir Iljitsch Lenin, Kaiser Friedrich I. Barbarossa, Galileo Galilei, Sigmund Freud und Salvador Dalí bis zu Albert Einstein und Reinhold Messner. Keine Frage: Ein Bart macht was her.
Sein Image allerdings ist nicht das beste: Bärte stehen in Verdacht, Brutstätten für allerlei Mikroben zu sein. Ihre Träger gelten landläufig als finstere Gesellen: »Ein Vollbart neigt dazu, einen freundlichen Gesichtsausdruck zu verdüstern, was gut zu einem tyrannischen Mann passt«, schreibt der britische Verhaltensforscher Desmond Morris in seinem Klassiker »Körpersignale: Vom Scheitel bis zum Kinn«. In Märchen ist der Bart das Attribut eher zwielichtiger Gestalten: Rübezahl, der Berggeist und Herr des Riesengebirges, verwirrt Wanderer und entführt ein schönes Mädchen in sein unterirdisches Reich. Ritter Blaubart, der, wie der Name sagt, einen blauen Bart trägt, ist ein Frauenmörder, der im Keller Leichen sammelt. Die Symbolik Blaubarts ist offensichtlich, meint Verena Kast, die die psychoanalytische Bedeutung von Märchen erforscht: »Die Farbe des Bartes ist ungewöhnlich, hat etwas Gespenstisches, schafft Distanz.« Fazit: Die Vorbehalte gegen bärtige Gestalten sind tief verwurzelt in unserer Kultur.
Doch das Düstere, Undurchdringliche, Furcht einflößende ist nur ein Aspekt. Der Bart ist ein schillerndes Symbol.
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