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Staatsschulden

Verschwender an der Macht

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Wer mehr ausgibt, als er einnimmt, steckt irgendwann bis zum Hals in Schulden. Das gilt nicht nur für den kleinen Mann, sondern auch für den Staat. Seit biblischen Zeiten leben Herrscher im Luxus und ziehen in den Krieg. Finanziert wird das Ganze durch Steuern, Kriegsbeute – oder Geld auf Pump.


Der Mann ist Legende. Als Feldherr, Staatsmann und Liebhaber gehört Julius Caesar (100–44 v. Chr.) zu den schillerndsten Personen der Weltgeschichte. Doch er war auch ein Finanzjongleur, der hohe Einsätze liebte und mehrfach vor dem Ruin stand. Zeitweise hatte er mehr als 25 Millionen Denare Schulden. Zum Vergleich: Ein Legionär erhielt damals 150 Denare Sold pro Jahr. Rote Zahlen nahm Caesar gezielt in Kauf – um seine Karriere voranzutreiben.

Als aufstrebender Politiker veranstaltete Caesar in Rom prachtvolle Feste mit Wagenrennen und Gladiatorenkämpfen. So sicherte er sich die Sympathien der Bevölkerung, strapazierte zugleich aber die Geduld seiner Gläubiger. Der Feldzug nach Gallien war für Caesar mithin ein Existenzkampf: Nur wenn er die Bewohner unterwarf, konnte er das Land ausbeuten und seine Schulden begleichen. Nach acht Jahren Krieg in Gallien hatte Caesar sein Ziel erreicht: Er war reich und populär. Der Weg zur absoluten Macht war bereitet.

»Auf Schulden reitet das Genie zum Erfolge«, schrieb der österreichische Nationalökonom Joseph Schumpeter (1883–1950) und charakterisierte damit einige der berühmtesten Staatsoberhäupter der Geschichte.
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