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Vater werden mit 60 - total normal?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Paul Mc Cartney bekam mit 61 noch mal eine Tochter; Rod Stewart wurde mit 19 zum ersten Mal Vater; sein jüngstes Kind kam 2005 zur Welt, als er 60 war.
Schauspieler Anthony Quinn war in vielerlei Hinsicht ein Phänomen, auch in Sachen Nachwuchs: Der Superstar zeugte insgesamt 13 Kinder, Sohn Ryan kam 1996 zur Welt – da war sein Dad schon 81. Eine so späte Vaterschaft bleibe auch weiterhin die Ausnahme, erklärt der Soziologieprofessor Andrew J. Cherlin von der John Hopkins Uni in Baltimore, doch Vaterglück bei der »Generation 60 plus« sei fast schon »normal«.
Paul McCartney wurde mit 61 noch mal Vater, Clint Eastwood mit 66, der spanische Superstar Julio Iglesias mit 63 und der Sänger Kenny Rogers bekam mit 65 ein Zwillingspaar. »Väter mit grauen Schläfen gab es schon immer«, sagt Professor Cherlin, der seit vielen Jahren Familienstrukturen in der westlichen Welt erforscht, »doch Papas mit weißem Haar – das ist wirklich neu«. Männer, die mit Mitte 40 oder 50 zum ersten Mal Väter werden, seien meist einfach Spätzünder, sie konnten sich vorher nicht dafür entscheiden, eine Familie zu gründen.
Aber werden nach 60 Vaterfreuden angestrebt, stecke dahinter vor allem der Wunsch, »noch mal ganz von vorne anzufangen und das Vaterglück bewusster zu erleben als in den Dreißigern.« SODs werden die alten Väter von US-Soziologen genannt – »start over dads«: Männer, die noch mal neu ins Leben starten.
Leisten können sich einen derartigen Aufbruch vor allem Wohlhabende, weshalb unter den SODs auffallend viele Prominente zu finden sind. Verurteilen mag Familienforscher Cherlin diese späten Vaterschaften nicht. Zwar existieren Hinweise, dass bei Kindern alter Väter gehäuft Autismus vorkommt, aber es gibt auch Vorteile für die Kinder: Papa muss nicht mehr an der Karriere basteln, hat mehr Zeit und ist entspannter.
Doch obwohl die Lebenserwartung allgemein gestiegen ist, bleibt ein Riesenproblem: Je älter der Mann bei der Geburt seiner Kinder, desto größer das Risiko, dass die Kleinen vaterlos aufwachsen. Als Anthony Quinn 2001 starb, war sein jüngstes Kind erst fünf.

























