Diese Seite bookmarken:

Diese Seite bookmarken

Naturphänomene

Unheimlicher Regen

Dieser Artikel stammt aus P.M. Perspektive
Hier geht's zum aktuellen Heft »

Muscheln prasseln auf Paderborn, Schlangen auf Memphis, Fische auf Singapur – warum spielt die Natur derart verrückt?

Der Franzose François de Castelnau hatte schon viel erlebt auf seinen Expeditionen rund um die Welt. Doch so etwas wie in Singapur am Morgen des 22. Februar 1861 noch nicht. Es hatte heftig gewittert in der Nacht, berichtete der Naturforscher später der Akademie der Wissenschaften in Paris. »Um zehn Uhr kam die Sonne wieder heraus. Von meinem Fenster aus sah ich, wie die Leute aus den Pfützen, die der Regen überall hinterlassen hatte, Fische holten und in Körbe füllten. Ich fragte sie, woher die Fische gekommen seien. Sie antworteten, sie seien vom Himmel gefallen. Drei Tage später fanden wir in den mittlerweile ausgetrockneten Pfützen immer noch viele tote Fische.«

Fische, die vom Himmel fallen wie das berühmte Manna in der Bibel – da könnte man sich mit dem Zeigefinger an den Kopf tippen und fragen, ob der gute de Castelnau noch alle Sinne beisammen hatte. Hatte er: Fischregen kommen tatsächlich vor. Selten zwar, aber immer wieder und weltweit. Im mittelamerikanischen Honduras in der Region de Yoro sogar regelmäßig: Jedes Jahr zwischen Mai und Juli, wenn es heftig gewittert. Die Menschen sammeln die Fische ein, kochen und essen sie. Seit 1998 feiern sie sogar ein entsprechendes Fest: das »Festival de la Lluvia de Peces«, das Fischregen-Fest.

Wenn man den Hunderten Berichten in historischen Chroniken, wissenschaftlichen Fachblättern und Zeitungen glauben darf, fallen noch ganz andere Tiere aus den Wolken – und dazu viele andere unglaubliche Dinge.
Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 3 (1 Bewertung)
Autor/in: Jan Berndorff


Mehr zum Thema:

Einsortiert unter:

Hagel  /  Meta-Cryometeor  /  Meteorologie  /  Naturphänomen  /  Regen  /  Tornado