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Talent

Und was steckt in IHNEN?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Perspektive
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Wenn Sie erfolgreich sein wollen, dann vergessen Sie Ihre Schwächen und nutzen Sie lieber Ihre Stärken. Aber kennen Sie die überhaupt?

Die Medizinstudentin hat ein Problem: Sie kann schwer kranke Menschen um sich herum kaum ertragen. Als ihr das bewusst wird, steht sie kurz davor, zu sagen: Ich lass es sein. Doch sie geht in sich und überlegt, was sie am Arztberuf reizt, sie überprüft ihre Denk- und Gefühlsmuster. Da wird ihr klar: Sie möchte unbedingt Menschen helfen, aber eben nicht Schwerstkranken. Und sie möchte Erfolge sehen.

Heute, etliche Jahre später, ist sie erfolgreiche Dermatologin. Ihre Patienten sind selten bedrohlich erkrankt, und die Behandlungserfolge lassen sich meist direkt an der Haut ablesen. Die Ärztin hat ihr Berufsleben konsequent um ihre Stärken herum aufgebaut, statt einen langen und mühsamen Kampf gegen Abneigungen und Schwächen anzutreten.
Diesen Fall schildert der englische Karriereberater Marcus Buckingham. Sein Plädoyer lautet: Stärken stärken statt Schwächen bekämpfen.

Aber herrscht nicht die Meinung vor, dass man nur lange genug an seinen Makeln arbeiten muss – und dann wird’s schon? Buckingham warnt vor diesem Irrglauben. Zwar erscheint es in unserer Alles-ist-machbar-Zeit nur logisch, Schwächen beim Schopf zu packen und auszubügeln, doch der Brite sieht darin einen fatalen Trugschluss. »Ausgehend von dem Glauben, dass ›gut‹ das Gegenteil von ›böse‹ ist, war die Menschheit jahrhundertelang auf Fehler und Versagen fixiert. Ärzte haben Krankheiten studiert, um etwas über Gesundheit zu lernen. Psychologen haben Traurigkeit erforscht, um etwas über Freude zu lernen«, gibt Buckingham zu bedenken. Dies sei eine hartleibige Defizit-Strategie. Sie verlange schon in der Schule und später im Job, fast schon in einem Akt der Selbstkasteiung, eigene Schwächen aufzuspüren und abzulegen, um stark zu werden. »Fehler und Versagen müssen untersucht werden, aber sie sagen wenig über Stärken aus. Stärken haben ihre eigenen Muster«, bricht Buckingham mit den alten Regeln.
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