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Ultra-Leicht-Bergsteigen. Wie geht das?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Ultra-Leicht-Bergsteigen. Wie geht das?Ultra-Leicht-Bergsteigen. Wie geht das?

500 Gramm wiegt das Zelt, 400 Gramm der Rucksack, 90 Gramm die Jacke; 990 Gramm sind die Bergschuhe schwer, die Isomatte fällt mit 170 Gramm ins Gewicht, der Schlafsack mit 630. Zur insgesamt (nur) 4135 Gramm schweren Ausrüstung tragen außerdem Kocher (405), Hose (165), Fleecejacke (385), Stöcke (335) sowie Besteck (40) bei.

Diese Rechnung stellte die Test-Redaktion eines Outdoor-Magazins auf, die nach dem leichtesten Equipment suchte. Inzwischen haben fast alle Hersteller den Trend erkannt: je leichter, desto besser. Das Angebot wird dankbar von einer immer größeren Schar von Ultra-Leicht-Bergsteigern und Wanderern angenommen. Ihr (verständlicher) Wunschtraum ist ein möglichst intensives Naturerlebnis, ohne Schlepperei und ohne Rückenschmerzen am Abend. Nach inoffiziellen Vorgaben gilt ein Ausrüstungsgewicht von weniger als zehn Kilogramm als »light«, von weniger als fünf Kilogramm als »ultraleicht«.

Die Ultra-Light-Idee stammt, wie so viele Sporttrends, aus den USA. Entstanden ist sie angeblich auf den legendären, mehrere tausend Meilen langen Wanderrouten Nordamerikas wie dem Continental Divide Trail oder dem Pacific Crest Trail. Wer diese Touren in einem Sommer schaffen will, muss schnell sein und darf nur wenig mitschleppen.

Vor rund 20 Jahren rief ein gewisser Ray Jardine aus Arizona die Ultra-Leicht-Bewegung ins Leben. Heute vertreibt er seine eigene Ausrüstungslinie – selbstverständlich ultraleicht. Doch auch ihn haben neue Trends längst überholt. Inzwischen existieren schon die Unterkategorien SUL (super ultra-light) und XUL (extreme ultra light). Für Außenstehende nimmt der Versuch, Gewicht zu sparen, allerdings schon groteske Züge an. So bleibt der Ehering bitte zu Hause, und statt Zelt tut es auch eine Plane.

Dass die Zahnbürste ihren Griff einbüßt, ist schon schwerer nachvollziehbar. Noch schwieriger wird es bei der Zahnpasta: Manche Ultra-Light-Wanderer nehmen sie in Küchenfolie eingewickelt statt in einer Tube mit. Zuvor legen sie diese noch geöffnet auf die Heizung, damit das überflüssige Wasser entweicht.

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