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Trend & Style
Tun Spitzenschuhe weh?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Und wie! Deshalb behandeln Ballerinen ihre Spezialanfertigungen aus Satin und Leder ziemlich rüde, um sie etwas bequemer zu machen. „Einen Hammer und viel Lack“ braucht dafür etwa Lucia Lacarra, Erste Solistin am Bayerischen Staatsballett.
Die Tänzerin presst zuerst die mit Maismehl gehärteten Spitzen flach und biegt die Sohlen zurecht – wofür der Schuh über heißem Wasserdampf bearbeitet wird. Anschließend nimmt sie für mehr Flexibilität Teile der Innensohle heraus, zerfasert sie oder kappt sie. Dann wird das Spitzeninnere mit Klebelack ausgeschwenkt, damit trotz des Geknautsches alles hart bleibt, das Äußere fest gehämmert, damit die Schuhe nicht klappern. Zuletzt bürstet Lacarra die Sohle mit Stahlfasern rutschfest und schneidet den Satin an den Spitzen ab.
Auch eine Methode: ein paar alte Strumpfhosen oder Lammwolle um die Zehen wickeln, und der Schuh tut nicht mehr weh – für zwei Stunden. Doch in klassischen Ballettaufführungen nimmt er ab dem dritten Akt blutige Rache: Hitze, Schweiß und Schwerkraft durchweichen die Verstärkung, die Zehen spüren den Boden immer gnadenloser. „Bei ‚Schwanensee‘ oder ‚La Bayadere‘ gehen oft mehrere Paar kaputt“, weiß Spitzenschuhverwalterin Elaine Underwood, „und die Schwäne jammern über aufgerissene Füße. Zum Glück ist die Schmerzgrenze von Tänzerinnen hoch.“
Mehr als zehn Paar monatlich verbraucht eine Solistin. Ein Paar kostet um 50 Euro, große Kompanien beschäftigen rund 50 Tänzerinnen. Da hilft nur eins: Sparen! Die berühmte Marcia Haydée etwa buk alte Paare im heißen Ofen wieder hart!
Fragt Tanja Schlüter, E-Mail

























