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Natur & Reise
Tropenhölzer – illegal oder nicht?
Die Vielfalt ist erstaunlich: Mehr als 2000 verschiedene Holzarten werden unter dem Begriff Tropenholz zusammengefasst. Gehandelt als Rund-, Sperr-, Schnitt- oder Furnierholz werden allerdings nur rund 300 Arten. In den vergangenen 40 Jahren ist Tropenholz zu einem wichtigen Handelsprodukt geworden. Hauptexporteure sind Brasilien, Indonesien, Malaysia sowie zentralafrikanische Staaten wie Gabun, Kamerun oder die Demokratische Republik Kongo.
Während der Verbrauch in den Erzeugerländern aber nur wenig zugenommen hat, ist die Ausfuhr in die Industrieländer um ein Vielfaches gestiegen. Die edle Erscheinung von Holzarten wie Mahagoni oder Ebenholz ist dafür allerdings nur zum Teil verantwortlich. Denn der Großteil der importierten Tropenhölzer wie Meranti, Ramin oder Gabun kommt bei der Herstellung von Alltagsprodukten zum Einsatz: als Besenstiel, Fensterrahmen, Klodeckel, Zaunpfahl oder Lärmschutzwand.
Sicherlich: Manche Hölzer haben Eigenschaften, die sie für bestimmte Zwecke prädestinieren, wie zum Beispiel höhere Beständigkeit gegen Verwitterung, Insekten- oder Pilzbefall. Unersetzlich sind sie deswegen aber nicht. Der Hauptgrund für ihren breiten Einsatz in den Industrieländern: Sie sind oft erheblich billiger als einheimische Hölzer. Seit den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts wird der Verbrauch von Tropenholz kritisch diskutiert: Schon damals wurde erkannt, dass der Raubbau den Bestand tropischer Regenwälder gefährdet.
Trotzdem: Geändert hat sich nicht viel. So stammt – Schätzungen zufolge – nur ein Prozent aller Tropenholzimporte aus nachhaltiger Forstwirtschaft, also aus naturverträglicher Nutzung von Regenwäldern, 99 Prozent dagegen aus Raubbau. Illegal ist der nicht zwangsläufig, aber in vielen Regionen sind Holzdiebstahl und -schmuggel Alltag. So stammt vermutlich die Hälfte der Tropenholzimporte in die Europäische Union aus illegalem Holzeinschlag und –handel.
Nach Schätzungen der Weltbank gehen den Erzeugerländern jährlich bis zu 15 Milliarden Euro an Steuereinnahmen verloren. Die Wahrscheinlichkeit, dass Tropenholzprodukte aus illegalen Quellen hierzulande in die Regale gelangen, ist also durchaus gegeben. Es ist daher sicherlich kein Fehler, auf Zertifikate zu achten. Zum Beispiel auf das Forest Stewardship Council (FSC)-Prüfsiegel: Klebt es auf einem Gartenstuhl, stammt dessen Holz aus umweltverträglicher Forstwirtschaft und wurde ohne Kahlschlag, weitgehend ohne Chemie und ohne Ausbeutung der einheimischen Bevölkerung geerntet. FSC-zertifizierte Produkte und Wälder findet man im Internet unter www.certifiedwood.org.
























