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Wissenschaft & Technik
Trocknet das Mittelmeer aus?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Kann eine Wasserfläche von fast drei Millionen Quadratkilometern einfach verschwinden? Sie kann nicht nur – sie wird ganz sicher. Sie ist sogar schon einmal verschwunden. Aber der Reihe nach: Entstanden ist das Mittelmeer vor 200 Millionen Jahren, als der Urkontinent Pangäa auseinander brach. Zwischen die zwei neuen Großkontinente Lau-rasia (Nordamerika und Eurasien) und Gondwanaland (Südamerika, Afrika, Antarktis, Australien und Indien) schob sich das Tethysmeer. Die entstehenden Landmassen teilten dieses zunächst in ein Nord- und ein Südmeer, die sich später noch weiter differenzierten, unter anderem in Atlantik und Mittelmeer.
Bei Tiefseebohrungen haben Wissenschaftler herausgefunden: Vor sechs Millionen Jahren hob sich der Meeresboden bei Gibraltar so weit, dass das Mittelmeer vollständig vom Atlantik abgeschnitten wurde. Die Folge: Das Mittelmeer trocknete aus, weil Niederschläge und Flüsse allein die Verdunstung von rund tausend Kubikkilometer Wasser jedes Jahr nicht auffüllen konnten. Erst eine halbe Million Jahre später senkte sich die Bodenschwelle bei Gibraltar wieder, der Atlantik gibt seither einen Teil seiner Wassermassen ans Mittelmeer ab.
Dieses Szenario wird sich wiederholen. Nur erleben wird das keiner mehr von uns. Geologen malen folgende Entwicklungen aus: Weil die afrikanische und die eurasische Erdplatte langsam aufeinanderzudriften (zwischen 0,5 und sechs Zentimeter im Jahr) und irgendwann kollidieren, wird sich in spätestens 50 Millionen Jahren ein gewaltiges Gebirge dort erheben, wo heute das Mittelmeer zum Baden einlädt. Bevor es soweit ist, werden die drei Millionen Quadratkilometer Wasserfläche allerdings längst verdunstet sein. Denn: Als Vorbote des großen Crashs wird sich wieder die Straße von Gibraltar heben – mit den aus der Vergangenheit bekannten Folgen.

























