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Toyota Celica: Vom Möchtegern Sportwagen zum raren Kultauto

Toyota Celica - eine Erfolgsgeschichte ohne<br />
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verwittert vom Zahn der Zeit
Toyota Celica: designt im Stil der Zeit,
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feld -  wo bleibt der Fahrer für den Celica?
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feld - wo bleibt der Fahrer für den Celica?

Vierzig Jahre alt, längst im Ruhestand, kein bisschen leise, vieles abgekupfert und doch heiß geliebt. Der Celica von Toyota entwickelt sich zum Kultauto, eine Auszeichnung, die nur ganz wenige Automobile japanischer Provenienz erreichen. Wie heute die Chinesen, so wurden vor 50 Jahren und mehr auch die japanischen Autobauer nicht so richtig ernst genommen. Es waren engagierte Händler und Privatiers, die die fernöstlichen Karosserien aus Nippon importierten und populär machten. Schon damals waren die japanischen Reiskocher besonders klein, aber pfiffig – wie zum Beispiel der Honda 600 mit seinem Zweizylinder-Motörchen oder auch das daraus abgeleitetet Mini-Sportcoupé. Es muss den Vergleich zu einem Smart Roadster nicht scheuen.

Mit der Celica orientierte sich Toyota aber eindeutig an den us-amerikanischen Musclecars – wenn auch im Bonsaiformat. Downsizing auf andere Art. Vier anstelle von acht Zylindern mit entsprechend geschrumpftem Hubraum. Mehr Schein als Sein. Das Coupé versprach den Augen all das, was die Amerikaner mit ihren blubbernden Big Blocks auf den Asphalt radierten. Pony Cars nannte man die beliebten Coupés von Ford Mustang, Dodge Challenger und Chevrolet Camaro.

In diesen wilden Sechzigern galt Kunststoff als edel. Die Folie im Nussbaumfurnier war der Renner. Sie dampfte derart vehement aus, dass das Fogging die Scheiben beschlug und einem heute noch angst und bange werden muss wegen vielleicht bleibender Gesundheitsschäden. Aber die Youngtimer besitzen ihren eigenen Charme. Designer erobern immer stärker auch den Innenraum. Schalter werden nicht mehr sorglos auf dem Armaturenbrett verstreut. Anzeigeinstrumente rücken ins Blickfeld.

Wer hinter einem filigranen Dreispeichenlenkrad Platz nimmt, sollte saugfähige Kleidung tragen. Atmungsaktiv ist ein Fremdwort, die Goretex-Membran noch nicht erfunden und von Klimaanlagen im Gestühl wagt keiner zu träumen. Auf schwarzem Skai, dem unverwüstlichen Kunstleder mit seinem beißenden Geruch, schwitzt man schneller als in jeder Muckibude. Auch von der Motorleistung sollte man sich nicht zuviel erwarten. 107 PS stemmen die vier Kolben aus 1,6 Litern Hubraum eher störrisch auf die Kurbelwelle. Dafür wiegt der Wagen keine Tonne. All das ist wenig aufregend und mit Großserientechnik aus der Massenproduktion.

Natürlich gab es auch die Spin-Offs des Erfolgs-Coupés. Es sind die Cabrios, die Supras und natürlich die Rallye-Sonderserien. Sie holten die sportlichen Erfolge, die mit dem legendären Vorgänger 2000 GT in den 60er Jahren ihren Anfang hatten und unter der Ägide der Rallye-Legende Ove Andersson in serienweise Rallye-WM-Titeln gipfelten. Erfolgreiche Rallye-Piloten wie "El Matador" Carlos Sainz erinnern sich an ihr Lieblingsgefährt. Einen Hauch dieser Erfolge kutschieren die Möchtegern-Sportwagenfahrer über den Boulevard, als sie lernten durch die Vorstadt zu cruisen. Heute sind die Celicas auf Classic-Rallyes gern gesehene Teilnehmer, weil so rar und so exotisch. Kultauto halt.

PS.: Und eine neue Celica ist im Anrollen.

09.08.2010

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