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Natur & Reise
TCM - eine Gefahr für die Natur?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Die Knochen des Tigers und anderer Großkatzen sollen gegen Rheuma helfen, einem Rhinozeroshorn werden fiebersenkende Eigenschaften zugesprochen, und Bärengalle soll auch der menschlichen Gallenblase gut tun.
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) hat eine Vielzahl an Rezepte gegen menschliche Leiden. Dabei sind rund 85 Prozent der Präparate pflanzlicher Natur, mehr als 5000 Pflanzenarten (nur 200 davon werden kultiviert) kommen zum Einsatz. Die durch den aktuellen Boom der TCM sogar noch wachsende Nachfrage nach Heilpflanzen macht der Natur aber schwer zu schaffen.
So ist beispielsweise die Ginsengwurzel mittlerweile bedroht und steht damit exemplarisch für etwa 4000 weitere Heilpflanzenarten, die laut Weltnaturschutzunion (IUCN) in ihrem Bestand gefährdet sind. Ebenso bedenklich ist in vielen Fällen die Verwendung von tierischen Produkten: Weit mehr als 1500 Tierarten (davon 968 Wirbeltiere) werden in der TCM gebraucht. Eine Vielzahl gehört laut IUCN zu den gefährdeten Arten – etwa: Tiger, Schneeleopard, Asiatischer Schwarzbär, Nashorn, Saiga-Antilope, diverse Schuppentierarten, Sägerochen, einige Schildkrötenarten und auch gewisse Sorten von Seepferdchen. Letztere sollen Asthma und Nierenbeschwerden lindern, gelten aber zerrieben und mit Pflanzentinktur versetzt auch als Potenzmittel.
Eine Reihe von in Deutschland gegründeten Gesellschaften, die sich mit Traditioneller Chinesischer Medizin beschäftigen, hat inzwischen klar Stellung gegen die Verwendung von geschützten Arten bezogen. So etwa die „Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin“ (AGTCM), die sich in der „AG Medizin und Artenschutz“ des WWF engagiert. Oder die „Internationale Gesellschaft für chinesische Medizin“ (SMS) – sie kooperiert mit Pro Wildlife. In deutschen Apotheken dürfen keine TCM-Arzneien geführt werden, die Bestandteile geschützter Arten enthalten. Dennoch: Wer die Segnungen der TCM für sich selber nutzen, aber gleichzeitig den Tieren und Pflanzen nicht schaden möchte, sollte unbedingt das Thema beim behandelnden Arzt oder Heilpraktiker ansprechen. Für viele Leiden gibt es auch alternative Präparate.

























