Eine Theorie, die nicht praktisch im Leben Anwendung finden kann, ist wertlose Gedankenakrobatik.
Die 10 großen Mysterien unserer Existenz
Der perfekte Mord ist Geschichte
Papiergeld - Das Risiko des schönen Scheins
Ausgabe
06/2012
Ausgabe
06/2012
Ausgabe
01/2011
Ausgabe
04/2011
Verlangen die Frauen heute zu viel?
Gibt es bald ein Medikament gegen das Altern?
Wann wird eine Psycho-Krise zum Trauma?
Ausgabe
05/2012
Ausgabe
02/2012
Ausgabe
02/2012
Ausgabe
01/2012
Ausgabe
05/2012
Ausgabe
03/2012
Ausgabe
03/2012
92 qualitativ hochwertige Sudokus – für Anfänger, Fortgeschrittene, Experten und Champions
Zu gewinnen: drei Qualitäts-Kochtopf-Sets!
Ausgabe
03/2012
Noch mehr Rätselspaß:
P.M. Logicals bringt Ihre grauen Zellen auf Hochtouren. Mit 45 anspruchsvollen Logik-Puzzles
Ausgabe
01/2011
Aufstände
Tage des Zorns, Jahrzehnte des Unrechts
Die Aufstände in Ägypten und Tunesien fegten die alten Regime hinweg. Damit kann eine ganze Epoche der Unterdrückung enden - wenn
die Opposition zusammenhält.
Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
Hier geht's zum aktuellen Heft »
Es beginnt wie mit dem Flügelschlag des Schmetterlings, der am anderen Ende der Welt einen Wirbelsturm auslöst. Am 17. Dezember 2010 beschlagnahmt eine Polizistin die Waage des Straßenhändlers Mohammed Bouazizi. Seit Jahren verkauft er von seinem Holzkarren aus Obst und Gemüse in der tunesischen Kleinstadt Sidi Bouzid. Eine Gewerbelizenz hat er nicht. An Kontrollen und Schikanen ist der 23-Jährige gewöhnt, aber als man ihm seine Waage nehmen will, reicht es ihm. Er protestiert – die Polizistin ohrfeigt ihn. Bouazizi fühlt sich gedemütigt. Er will sich bei der Präfektur beschweren - und wird nicht eingelassen. Vor Wut und Verzweiflung übergießt sich Mohammed Bouazizi mit Benzin und zündet sich vor dem Gouvernoratsgebäude an. Seinen Zorn können viele Mitbürger nachempfinden.
Behördenwillkür und Chancenlosigkeit, Armut und Unterdrückung sind Alltag in Tunesien. Der Fall spricht sich herum. Zunächst in Kaffeehäusern und auf Märkten, schnell auch in den sozialen Netzwerken des Internets. Die Menschen beginnen, stellvertretend für Mohammed Bouazizi vor der Präfektur zu demonstrieren. Am 4. Januar 2011 stirbt Mohammed Bouazizi in Sidi Bouzid. In Alexandria sterben am selben Tag zwei koptische Christen, die bei dem Bombenanschlag auf ihre Kirche drei Tage zuvor verletzt worden sind. In Ägypten demonstrieren in diesen Tagen Muslime und Christen zusammen gegen die Staatsmacht, die sie nicht vor dem Terror hat schützen können. In Tunesien gibt es weiterhin Proteste wegen einer korrupten Staatsmacht, die gegen und nicht für die Bürger arbeitet. Zehn Tage später räumt der tunesische Diktator Zine el-Abdine Ben Ali nach 23 Regierungsjahren seinen Sessel. Nun weht der Wind der Wut über Nordafrika und den Nahen Osten. In Jordanien und Ägypten, im Jemen und in Saudi-Arabien gehen Menschen auf die Straße.
In Ägypten haben sie bereits ihren Märtyrer: Khaled Said, der im Sommer 2010 vor einem Internetcafé von Polizisten erschlagen wurde. »Wir sind alle Khaled Said«, sagt eine Seite im sozialen Netzwerk Facebook. Am »Freitag des Zorns«, dem 28. Januar 2011, wird aus den friedlichen Demonstrationen in Ägypten ein Volksaufstand. Panzer rollen durch die Städte und Ferienorte. Schüsse bellen durch die Straßen. Plünderer ziehen umher. Barrikaden und Häuser brennen. Tunesien und Ägypten scheinen auf einen Schlag von Urlaubszielen in Krisengebiete verwandelt. Arabien steht auf. Die Welt erschauert. Die westlichen Spitzenpolitiker schweigen. Während die einen Kommentatoren schon eine basisdemokratische »Facebook-Revolution« feiern, fürchten die anderen eine Machtübernahme der radikal-islamischen Muslimbruderschaft. Beides ist derzeit möglich, denn noch ist nichts entschieden. Man will Neues, jetzt und sofort, aber weder der Weg noch das Ziel sind klar. »Wandel muss gestaltet werden«, sagt Bundeskanzlerin Merkel am 5. Februar 2011 bei der Weltsicherheitskonferenz in München. Nordafrika ist Thema der Konferenz, aber was die Politiker besprechen und beschließen, bleibt hinter verschlossenen Türen.
Jahrzehntelang war Ägyptens Präsident Hosni Mubarak ein treuer Verbündeter in der Region, ein »Garant für Stabilität«, wie in diesen Tagen oft betont wird. Ihn will man nicht fallen lassen, und so warnt Angela Merkel vor Überstürzung: »Wir sind auf der einen Seite verpflichtet, wertegebundene Außenpolitik zu betreiben, und auf der anderen Seite sind wir natürlich auch verpflichtet, für Sicherheit und für Stabilität zu sorgen. Beides steht in vielen Fällen in einem gewissen Spannungsverhältnis zueinander.« Die Spannungen in Nordafrika sind nun, auch durch genau diese Außenpolitik westlicher Großmächte, so groß geworden, dass es diese Länder förmlich zerreißt. Die Proteste und Aufstände, die Wut und die Gewalt kamen keineswegs überraschend, wenn man schon vorher genau hingesehen hat und mit der jüngeren Geschichte Nordafrikas vertraut ist.
Lesen Sie den vollständigen Artikel in der aktuellen P.M. HISTORY »Die Geheimakte Jesus« – noch bis 14. April im Zeitschriftenhandel.
P.M. HISTORY 04/2011
- Caesars Erbe
- Hatschepsut
- Pyramiden

























