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Ruldolf Nurejew

Tänzer auf dem Vulkan

Dieser Artikel stammt aus P.M. Biografie
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Die Welt des Balletts ist exklusiv, kultiviert und gediegen, man ist unter sich und hält auf Etikette. Bis 1961 ein junger Russe über sie hereinbricht und den Tanz in seinen Grundfesten erschüttert. Abseits der Bühne wird er schillernder Star einer Jetset-Gesellschaft, von der viele einen hohen Preis für ihr wildes Leben zahlen müssen. Rudolf Nurejew ist einer der Ersten

Es gab nur einen Mann, von dem Miss Piggy sich alles gefallen ließ, von dem sie sich sogar zu Boden schleudern ließ. Er hieß RudolfNurejew und war der größte Tänzer des 20. Jahrhunderts. In einer der wunderbarsten Szenen der „Muppet Show“,gedreht im November 1977 ,sitzen die beiden nach einem schweißtreibenden Pas de deux im „Schweinensee“ in der Sauna,und sie flirtet, was die Schweinsäuglein hergeben. Und immer wieder versucht sie,mit ihrer dicken Nase das weiße Handtuch zu lüften, das Nurejews Blöße knapp bedeckt.Vergebens – ihr Begehr wurde ebenso wenig erfüllt wie das vieler weiblicher Fans,die in seine Aufführungen kamen mit Stickern , auf denen stand:„Wir wollen Rudi nackt!“ Nur einmal,am Ende des Dokumentarfilms „Nurejew“ von Patricia Foy (1991), sieht man RudolfNurejew in unbekleideter Gänze: Er steht auf einem Felsvorsprung seiner Mittelmeerinsel im Golf von Palermo und wendet sich der Kamera zu,bevor er ins Wasser gleitet.Da war er schon von Krankheit gezeichnet,zwei Jahre später starb er 54-jährig an den Folgen einer Aidsinfektion, gegen die er zwölf Jahre lang verbissen angetanzt hatte.

Immerhin antwortete er später auf die Frage,wer denn seine Lieblings-Tanzpartnerin gewesen sei:„Miss Piggy.“ Es ist nicht bekannt,ob Margot Fonteyn,Nurejews Traumpartnerin im wirklichen Leben,davon erfahren hat.Wenn ja,wird sie sich nicht weiter gewundert haben,denn sie wusste als eine der wenigen,dass Rudi – so durften ihn seine Freunde nennen – über eine für Superstars untypische Wesensart verfügte: Selbstironie.So unerbittlich und cholerisch,ja gewalttätig er mit Kollegen umsprang,die seinen künstlerischen Anforderungen nicht genügten,so herzlich konnte er über sich selbst lachen.

Im Jahr 1962 war Margot Fonteyn 42 Jahre alt,die mächtigste Frau im europäischen Ballett,die Primaballerina Assoluta des Royal Ballett in London.Sie hatte bereits eine „Abschiedsvorstellung“ gegeben, plante ihren Rücktritt.Und dann ging die Flucht dieses jungen russischen Tänzers durch die Weltpresse. Jeder wollte ihn sehen. Doch er hatte sich nach Kopenhagen zur Landsmännin und Ballettlehrerin Vera Volkova zurückgezogen.Fonteyn,die Nurejew für eine Wohltätigkeitsgala in London verpflichten wollte,rief in Dänemark an:„Weißt Du,wo dieser russische Junge steckt?“ fragte sie die Volkova.„Er ist hier bei mir“,antwortete die alte Dame.
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Autor/in: Karsten Flohr


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