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Wissenschaft & Technik
Stimmt es, dass am Montag mehr Leute krank werden?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Na, wie war das verlängerte Wochenende? Wer erst am Dienstag an den Arbeitsplatz zurückkehrt, dem bleiben oft dumme Sprüche der lieben Kollegen nicht erspart. Denn wer sich für den Montag krank gemeldet hat, unterliegt automatisch dem Verdacht, er habe »blau gemacht«, sich einen »blauen Montag« gegönnt. Dabei stimmt es gar nicht, dass die meisten Menschen am Montag krank werden. Zwar häufen sich in der Tat die Krankschreibungen am Wochenanfang. Das hat das wissenschaftliche Institut der Allgemeinen Ortskrankenkassen in seinem »Fehlzeiten-Report« festgestellt.
Zusammen mit der Uni Bielefeld analysierte das Institut die 629 Millionen Fehltage des Jahres 2000. Demnach trudelten 34,1 Prozent aller Krankmeldungen tatsächlich an einem Montag beim Arbeitgeber ein. Fast zwei Drittel dieser Patienten wurden aber bereits am Samstag oder Sonntag krank, konnten sich dies aber erst am Montag vom Arzt attestieren lassen oder hatten abgewartet, ob es ihnen nach dem Wochenende nicht vielleicht wieder besser gehen würde. Tatsächlich erstmals am ersten Tag der Woche unwohl fühlten sich nur 12,4 Prozent der krankgeschriebenen Arbeitnehmer.
Weit weniger als zum Beispiel am Dienstag, der mit 20,5 Prozent der Neuerkrankungen der Spitzenreiter-Tag der Woche ist. Nur am Freitag werden mit 10,3 Prozent weniger Leute krank als am Montag. Dass wir vom »blauen Montag« sprechen, kommt von einem Begriff aus dem 16. Jahrhundert. Damals gab es in jeder Zunft einmal im Jahr an einem Sonntag ein Jahresfest, dem ein arbeitsfreier Montag hinzugegeben wurde. An diesem Tag feierte man für die Toten der Zunft eine »blaue Messe«, bei welcher der Pfarrer ein blaues Messgewand trug. 1731 wurde der »blaue Montag« in der Handwerksordnung abgeschafft, blieb aber bis zum Ende des 19. Jahrhunderts üblich.

























