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Sternkatalog des Hipparch auf römischer Statue entdeckt
Hipparch war einer der größten Astronomen der Antike. Er entdeckte die erste Nova (einen explodierten Stern) und die Präzession (Kreiselbewegung) der Erdachse. Er stellte eine Theorie der Bewegungen von Sonne und Mond auf und verfasste zwischen 140 und 125 v.Chr. den ersten Sternkatalog mit über 1000 Sternen. Der wurde dann auch von Ptolemäus, dem einflussreichsten Astronomen der Antike, verwendet - und nach ihm von den Arabern und den mittelalterlichen Gelehrten des Abendlands.
Der Physiker, Astronom und Hobby-Historiker Bradley E. Schaefer von der Louisiana State University in Baton Rouge, USA, entdeckte den verloren geglaubten Sternkatalog auf einer römischen Statue in Neapel. Der "Atlas von Farnese" aus der Farneser Sammlung ist die Kopie eines griechischen Originals. Er zeigt den Titanen Atlas, der auf seiner Schulter einen Himmelsglobus trägt. Auf dem Globus sind die Positionen der Sternbilder auf 3_° genau eingezeichnet - besser als sie ein Künstler nach mündlichen Beschreibungen hätte anbringen können. Auch passen der dargestellte Zustand der Präzession - die Sternbildpositionen entsprechen dem Jahr 125 ± 55 v.Chr. - ebenso am besten zu Hipparch wie diverse Details der Sternbilddarstellungen (die sich von allen anderen zeitgenössischen Werken unterscheiden). Man weiß auch, dass der Astronom selbst Himmelsgloben hergestellt hat: Die Kugel, die der Atlas von Farnese trägt, ist vielleicht eine Kopie 2. Grades eines solchen Originals.
Die Entdeckung könnte die Antwort auf zwei Fragen liefern: Welche Koordinaten benutzte Hipparchos, und wie viele Sterne hat Ptolemäus in seinen Katalog übernommen? "Abgesehen davon", so Schaefer, "haben wir eines der berühmtesten Beispiele antiken Wissens aufgefunden."
























