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Wissenschaft & Technik

Stau - Abfahren oder draufbleiben?

Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Stau - Abfahren oder draufbleiben?Stau - Abfahren oder draufbleiben?
iStockphoto

Pro Jahr steckt jeder deutsche Autofahrer 60 Stunden im Stau - und das nicht nur auf der Autobahn.

Unfall, Bauarbeiten, Kühe auf der Fahrbahn – das sind die gängigen Begründungen, die der Verkehrsfunk bei Staus durchgibt. Die häufigste Ursache ist aber eine ganz andere, und wir haben sie noch nie im Radio gehört: Der Stau aus dem Nichts. Er wird auch das »Nagel-Schreckenberg-Modell« genannt, nach zwei Physikern, die in Computersimulationen Staus erforscht haben.

Ihre Haupterkenntnis lautet: Es sind schlichtweg manchmal zu viele Autos auf derselben Straße unterwegs. Und da nützt es dann auch nichts, wenn alle in gleichem Abstand und gleichem Tempo fahren würden. Experimente der Uni Köln haben gezeigt, dass 24 Autos, die gleichmäßig im Kreis hintereinander herfahren, nach zehn Minuten still stehen. Es braucht nur mal einer etwas stärker abzubremsen, schon entsteht eine Kettenreaktion. Genauso ist es auf der Autobahn. Und wenn dann 15 km/h unterschritten werden, beginnt der Stau nach hinten zu wandern.

Pro Jahr steckt jeder deutsche Autofahrer 60 Stunden im Stau. Was ist nun besser: Geduldig abwarten oder einen Ausweg suchen? Tests haben bewiesen: Nur bei Vollsperrung lohnt sich eine Umleitung, ansonsten zahlt sich draufbleiben immer aus. Aber wenn man doch die nächste Autobahnausfahrt nimmt – dann nur Bundesstraßen benutzen! Tipps für Stauverhalten gibt es viele.

Die Polizei empfiehlt, versetzt zu fahren wegen der besseren Sicht nach vorn. Psychologen empfehlen, auszusteigen und sich zu anderen Autofahrern zu gesellen (ist zwar verboten, aber die Polizei duldet es, weil es Aggressionen abbaut). Das Österreichische Verkehrsministerium hat einen besonders tollen Tipp: »Ruhe bewahren und die Zeit sinnvoll nutzen.« Wie das die Stau-fahrer machen, hat eine Umfrage des Automobilclubs ACE ergeben: Ein Drittel wird von Sexfantasien heimgesucht, sieben Prozent bekommen Heißhunger auf leckeres Essen und sieben Prozent gehen zur Toilette.

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