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Megabauten
Spot an für die neuen Weltwunder
Die moderne Baukunst schiebt die Grenze des Machbaren immer weiter hinaus – und provoziert die Frage nach dem Sinn neuer Megabauten. Wir stellen die spektakulärsten Monumente und Zukunftsprojekte vor.
Dieser Artikel stammt aus P.M. Perspektive
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Für die einen ist er das neue Weltwunder, für die anderen der pure Größenwahn. Am »Burj Khalifa« scheiden sich die Geister: Soll man den nagelneuen Wolkenkratzer, der 828 Meter aus der Hauptstadt des Wüstenemirats Dubai aufragt, als Symbol für die unbegrenzten Möglichkeiten menschlicher Schaffenskraft schätzen? Oder doch lieber die Nase rümpfen, weil er offenkundig das architektonische Aushängeschild eines prunk- und geltungssüchtigen Herrscherhauses darstellt?
Die propagandistische Wirkung des Riesenturms war jedenfalls schon beschädigt, noch bevor er am 4. Januar 2010 offiziell eröffnet wurde: Mitte November letzten Jahres musste die Staatsholding »Dubai World« zugeben, dass sie sich mit ihren spektakulären Bauprojekten übernommen hatte – das Land ist hoch verschuldet. Im Schatten der Weltwirtschaftskrise finden zahllose Büros in den aus dem Boden gestampften Hochhäusern keine Mieter, auf den künstlichen Inselwelten wie »The Palm« (noch so ein »Weltwunder«) bleiben etliche Villen leer. Schon sehen viele auch im »Burj Khalifa« ein Luftschloss, das buchstäblich auf Sand gebaut wurde.
Wo endet sinnvolles Bauen, und wo fängt Größenwahn an? »Wenn man es sich nicht mehr leisten kann«, antwortet Klaus Sedlbauer lachend. Der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik hat vor einigen Jahren die »Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen« (DGNB) mitgegründet. Deren Ziel ist es, künftig möglichst viele Neubauten auf die drei Säulen der Nachhaltigkeit zu stellen: »Sie müssen sich ökonomisch rechnen, in Bau und Betrieb umweltfreundlich sein und sollten sich harmonisch ins soziokulturelle Umfeld einfügen.« Was mit dem letzten Punkt gemeint ist, ergänzt Ingenieur Manfred Hegger von der Universität Darmstadt, der sich ebenfalls in der DGNB engagiert: »Ein Gebäude muss der Gesellschaft nützen, es sollte von ihr akzeptiert und letztlich auch geliebt werden.«
Ob die Dubaier ihren neuen Wolkenkratzer auch in Zeiten der Finanzkrise lieben? Manfred Hegger sieht ihn jedenfalls eher kritisch, seitdem er Ende 2009 selbst vor Ort war: »Funktionalität und Nutzung stehen bei dem eindeutig nicht im Vordergrund, er ist ein reines Symbol. Wenn man bedenkt, wie wenig Nutzfläche in einem solchen Turm übrig bleibt, weil ja so viele Aufzüge benötigt werden, um die Leute hochzufahren, dann wird es grotesk.« Klaus Sedlbauer möchte dagegen auch die Leistung der Ingenieure betonen: »Dass man bautechnisch an die Grenzen geht, ist ja eigentlich etwas Schönes in der doch eher konservativen Baubranche. Ich bin jedes Mal froh, wenn sich ein Architekt oder Investor dazu durchringt, etwas Besonderes zu bauen.« Allerdings gibt es auch für ihn Grenzen: Vor kurzem war er in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang, wo seit vielen Jahren an einem monumentalen Hotel gewerkelt wird, »während die Bevölkerung am Hungertuch nagt. Das ist natürlich verwerflich«. Mit 330 Meter Höhe wird das Ryugyong-Hotel ohnehin weit im Schatten des Burj Khalifa bleiben.
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