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Spionagesatelliten
Spione, die keiner enttarnt
Spionagesatelliten verraten den Militärs immer genauer, was ihr Gegner plant. Stimmt es auch, dass sie sogar die Schlagzeilen einer Zeitung erkennen?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Perspektive
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die geheime Verständigung
zwischen politischen
Entscheidungsträgern und
militärischen Kommandostellen
Als die CIA-Agenten am 28. Juli 1990 im Weißen Haus eintreffen, haben sie alarmierende Nachrichten für den Präsidenten. Aufgeregt zeigen die Experten George Bush senior gestochen scharfe Satellitenbilder: Darauf ist zu sehen, wie sich rund 30000 irakische Soldaten an der Grenze zu Kuwait sammeln und zahlreiche irakische Lastwagen mit Munition, Benzin, Wasser und Medikamenten auf die Grenze zuhalten. Doch der Präsident ist unsicher: Wie soll er die Fotos interpretieren? Seine Berater halten den Aufmarsch für einen Bluff, um Kuwait zu beeindrucken. Die CIA-Agenten kontern: Nein, Saddam Hussein plant ganz offensichtlich eine Invasion! Bush schlägt sich schließlich auf die Seite seiner skeptischen Berater. Vier Tage später marschieren irakische Truppen in Kuwait ein.
Nicht erst seit dieser Episode wissen Militärs und Politiker die Unterstützung von Spionagesatelliten zu schätzen. Über sie ist erstaunlich viel bekannt, wenn man bedenkt, dass sie strengster Geheimhaltung unterliegen. Etwa 225 von ihnen umrunden derzeit den Globus. Rund 120 davon betreiben die USA, etwa 50 gehören Russland. Aber auch Staaten wie China, Frankreich, Israel, Japan, Indien, Südkorea und neuerdings auch Deutschland leisten sich die teuren Himmelskörper.
Sie erfüllen eine breite Palette militärischer Aufgaben: Fotosatelliten erspähen gegnerische Waffen und Truppen; Kommunikationssatelliten ermöglichen die geheime Verständigung zwischen politischen Entscheidungsträgern, militärischen Kommandostellen sowie Land-, Luft- und Seestreitkräften. Frühwarnsatelliten mit Infrarot-Teleskopen entdecken startende Mittelstreckenraketen, und Navigationssatelliten steuern mit Sensoren ausgestattete Raketen punktgenau auf ein Angriffsziel. Schon seit den Sechzigerjahren schätzen die Militärs eine Satellitenart ganz besonders: die Aufklärungssatelliten. Rund zwanzig von ihnen kreisen mit riesigen optischen Kameras oder leistungsfähigem Radar um die Erde.
Unter ihnen sind die ersten deutschen Exemplare: ein Verband aus fünf Radar-Kleinsatelliten, die »SAR-Lupe«, gebaut von der Bremer OHB Technology AG. Zwei davon umrunden bereits seit einigen Monaten die Erde, drei weitere sollen bis Ende 2008 folgen. Die Bundeswehr gab die SAR-Lupe in Auftrag, nachdem ihre Kommandanten im Kosovo-Krieg von den US-Geheimdiensten nur unzureichend mit Satellitenbildern versorgt worden waren.
Vorgesehen ist eine Zusammenarbeit mit Frankreich: Das Nachbarland besitzt optische Satelliten vom Typ »Helios«, und »beide Systeme ergänzen sich optimal«, wie Brigadegeneral Friedrich Kriesel vom Kommando Strategische Aufklärung sagt, das die SAR-Lupe von der Bodenstation in Gelsdorf bei Bonn betreibt. Während optische Satelliten nämlich tagsüber und bei klarem Himmel Bilder mit höchster Auflösung liefern, können Radarsatelliten auch bei Bewölkung und nachts Aufnahmen machen – wenn auch nicht ganz so scharfe. Auf Radarbildern treten Strukturen hervor, die die Militärs besonders interessieren: Metall, technische Geräte, Panzer, Gebäudeumrisse oder unterirdische Bunker sowie Höhenunterschiede im Gelände und die Höhe von Gebäuden.
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