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Solarenergie

Spiegelmeer im Wüstensand

Im Süden Kaliforniens ist außer Schutt und Geröll nicht viel zu finden. Gnadenlos brennt die Sonne hier auf den Wüstenboden, 25 Prozent stärker noch als in Südspanien. Perfekte Bedingungen für das größte Solarkraftwerk der Welt.

Gebogene Spiegel bündeln bei einem thermischen Solarkraftwerk das Sonnenlicht und machen dessen Energie nutzbarGebogene Spiegel bündeln bei einem thermischen Solarkraftwerk das Sonnenlicht und machen dessen Energie nutzbar
Gebogene Spiegel bündeln bei einem thermischen Solarkraftwerk das Sonnenlicht und machen dessen Energie nutzbar
Sandia National Laboratory/Wikimedia Commons

Ein leises Summen begleitet zukünftig den Sonnenaufgang nahe dem Städtchen Blythe im Süden Kaliforniens. Was aus einiger Entfernung im Sonnenlicht glitzert, ist keine Oase in der trockenen Wüste, keine Fata Morgana. Es sind tausende halbrunde Spiegel, die sich nach dem Stand der Sonne ausrichten.

Auf einer Fläche halb so groß wie der Starnberger See werden sie aneinandergereiht stehen. Gemeinsam produzieren sie 1000 Megawatt Strom, so viel wie ein mittleres Atomkraftwerk - und dreimal so viel wie das bisher größte Solarkraftwerk. Das steht nur einige hundert Kilometer nördlich in der kalifornischen Mojave-Wüste.

Ende 2010 wurde der Grundstein für das neue Megaprojekt gelegt. In zwei Jahren soll die erste von vier Teilanlagen einsatzbereit sein. Gesamtkosten: rund sechs Milliarden Dollar.

Solarenergie für Los Angeles und Las Vegas

Das Spiegelmeer in der südkalifornischen Wüste erzeugt Strom durch Sonnenwärme. Jeder Spiegel ist parabelförmig gerundet. Er bündelt das Licht auf eine schmale Linie. Genau dort ist eine Leitung gefüllt mit Öl oder Wasserdampf angebracht. Durch den Einfall der Sonnenstrahlen heizt sich das Medium auf und breitet sich mit Hochdruck aus. Eine Turbine oder ein Wärmetauscher machen die geballte Sonnenenergie nutzbar.

Das thermische Solarkraftwerk kann 80 000 Haushalte mit Strom versorgen. Dabei spart es im Vergleich zu fossilen Brennstoffen eine Million Tonnen CO2 ein. Seine geografische Position ist strategisch wichtig. Im Umkreis von 400 Kilometern liegen Ballungsräume von Los Angeles, Las Vegas und San Diego.

Wie lange das Projekt des Stromerzeugers „Solar Trust of America“ den Titel als weltgrößtes Solarkraftwerk halten kann, bleibt abzuwarten. Frühestens 2020 soll das gigantische Desertec-Projekt in der afrikanischen Sahara erstmals Europa mit Solarenergie versorgen. Der Wüstenstrom soll dann allein in der Anfangsphase schon die zehnfache Leistung des US-amerikanischen Kraftwerks haben.

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Autor/in: Caroline Ring



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