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Porsche GT3 RS 4.0 Liter

Sonderserie mit 500 PS ab Mai

Von Wolfgang Stegers

Immer schneller dreht sich das Neuelfer-Karussell der Sondermodelle bei Porsche. Der neueste Streich der klammen Schwaben ist der GT3 RS 4 Liter mit 500 PS

 

 

 

Dem reinen Renn-Porsche RSR mit dem gewaltigen Heckspoiler wird der neue GT3 RS 4.0 von hinten sehr stark ähneln

In Zeiten von Milliardenschulden und knapper Kassen, wirft der Sportwagenbauer Porsche nicht nur über131 Millionen zusätzlicher stimmrechtloser Vorzugsaktien zum Preis von 38 Euro auf den Markt, um an die 4 Milliarden zu erlösen, auch wird die Stuttgarter Sportwagenikone, der Neunelfer, mit immer neuen Sonderserien im Dreimonatstakt ausgequetscht, bis im Herbst zur IAA der Nachfolger des aktuell gebauten 997 durch den 991 ersetzt wird. Das mag Sammler vielleicht freuen, kann Neuwagenkäufer verbittern und treibt „gusseisernen“ Porschefreaks Schaum vor dem Mund.

 

Der Motor für den GT3 RS 4.0 ist bereits vorhanden: im GT3 RSR eingebaut, leistet er 450 PS

Gemunkelt wurde ja seit letztem Herbst und "P.M.-online“ hat bereits mehrmals über den „last Edition" GT3 RS mit dem alten Mezger-Motor berichtet. Der auf 4 Liter aufgebohrte im Rennwagen RSR werkelnde Boxermotor erreicht für den GT3 RS 4.0 500 PS bei 7800 Umdrehungen und mit einer Höchstdrehzahl von 8500 Umdrehungen pro Minute. Damals war aber das Projekt vom Vorstand noch nicht entschieden. Mittlerweile stehen bereits der Vorstellungstermin und der Zeitpunkt der Auslieferung fest. Die Sonderserie des GT3 RS 4l wird im Mai präsentiert und ab Juni sollen die ersten wohl auf 450 Exemplare limitierten Supersportler an die gut betuchten Kunden ausgeliefert werden.

 

Auch die Front des GT3 RS 4.0 wird an den RSR angelehnt sein - nur ohne Schnellbetankung und ohne zusätzliche Strömungslippen in der Haube

Der GT3 RS 4l orientiert sich sehr stark am GT2 RS. Er wurde im letzten Spätsommer vorgestellt und verfügt neben seiner fulminanten Motorleistung von 620 PS über viele Karbonteile, die sein Gewicht, im Vergleich zum GT2 um 70 Kilogramm deutlich nach unten drücken. So erreicht er ein Leistungsgewicht von 2,21 Kilo pro PS, ein absolutes Benchmark in seiner Klasse. Der GT3 RS 4.0l wird mit diesen Karbonteilen das höhere Motorengewicht wettmachen können und wird auf keinen Fall mehr wiegen, als der aktuelle GT3 RS mit seinem derzeitigen Leergewicht nach DIN 70020 von 1370 bis 1485 kg, je nach Fahrzeugausstattung. 

 

Im Innenraum orientiert sich der GT3 RS 4.0 am GT2 RS  und sehr viele seiner Karbonteile zur Gewichtsreduzierung übernehmen

Nutzt der GT2 RS noch einen Doppelturbolader mit variabler Turbinengeometrie für den Leistungshammer, ist der GT 3 RS 4.0 der Tradition folgend ein Sauger. Daher auch die Hubraumvergrößerung auf 4 Liter. Oder anders gesagt, er stand eh im Regal des Motorsportchefs Hartmut Kristen und bot sich an. Aber wie sich der neue 911 GT2 RS vom 911 GT2 vor allem durch zahlreiche Elemente aus kohlefaserverstärktem Kunststoff (CfK) in matt schwarzem Sichtkarbon, breiteren Rädern und verbreiterten Radhäusern an der Vorderachse unterscheidet, so tauchen diese Merkmale auch beim GT3 RS 4.0 wieder auf.

 

Auch die Karbonhaube des GT3 RS 4.0 stammt vom GT2 RS

Auch im Innenraum dominiert die schwarze Wunderfaser des Automobilbaus. Die Schalensitze sind aus kohlefaserverstärktem Kunststoff in Hochglanz-Sichtkarbon und die Türtafeln mit den Öffnerschlaufen bestehen ebenfalls aus diesem sündhaftteuren Weltraum-Werkstoff. Von außen wird der große GT3 RS mit größerem Heckspoiler und verbreiteter Spur in die Nähe des RSR rücken.

 

Hat das Nachsehen: Die aktuelle Sonderserie GT 3 RS wird vom GT3 RS 4.0 deutlich in den Schatten gestellt

Angeboten wurde der auf 500 Fahrzeuge limitierte 911 GT2 RS zum Euro-Grundpreis von 237.578 Euro. Sicher wird der GT3 RS 4.0 günstiger sein, ob er allerdings die 200.000 Euro-Marke durchbrechen wird, ist noch nicht zu erfahren.

 

Bei Porsche dreht sich das Rad der Zeit immer schneller, lukrative "Sondermodelle" des 911 wechseln im Dreimonatstakt

PS Schon jetzt ist klar, dass mit dem Elfer-Modell 991 die Sportwagenikone noch weiter ausgereizt wird. Denn der neue Boxermotor ist nicht nur einfacher und kostengünstiger herzustellen, sein Leistungspotential in Verbindung mit einem automatisierten Schaltgetriebe ist dermaßen groß, dass die ausgequetschte 997-Baureihe uralt aussieht - sagen Insider mit dem wissenden Schmunzeln auf den Lippen.

 

29.04.2011


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30.03.2011


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