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Experimentelle Archäologie

So werden Sie Gladiator!

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Wie ernährten sich die antiken Showkämpfer, wie sah ihr Trainingsalltag aus? Um solche Fragen zu beantworten, machten 20 Studenten der Universität Regensburg einen spektakulären Selbstversuch.

Es ist ein trüber Nachmittag in Castra Regina. Der Wind bläst viel zu kalt für diese Jahreszeit. Doch die Gladiatoren kämpfen mit nacktem Oberkörper, sind nur teils an Schultern, Armen oder Beinen mit Leinenpolstern geschützt. Alle Augen richten sich auf einen Gladiatorenrekruten. Nur mit Netz, Dolch und Dreizack bewaffnet, hält er seinen Gegner auf Distanz. Und versucht immer wieder, den viel kleineren, wendigen Schwertfechter zu fangen oder zumindest zu Boden zu reißen. Sein Netz mit den Bleigewichten peitscht auf den Boden. Der Angriff misslingt. Das Duell ist ausgeglichen. Bis einige Minuten später der Dreizack wuchtig gegen den Helm des Kontrahenten knallt.

»Wäre dieser Dreizack nicht aus Holz, sondern ein Original mit spitzen Widerhaken, hätte er sicher die Augenöffnungen erwischt«, sagt ein Mann auf der Tribüne. Es ist Josef Löffl, Althistoriker, Leiter des Gladiatorenprojekts der Universität Regensburg. Pardon, von Castra Regina natürlich. Er beobachtet akribisch das Duell der Duelle: den bei den Zuschauern einst so beliebten Zweikampf »retiarius« gegen »secutor«, Netzkämpfer gegen Verfolger. Löffl will gemeinsam mit Sport- und Ernährungswissenschaftlern herausfinden, ob man aus »Couch-Potatoes des 21. Jahrhunderts echte Gladiatoren formen kann«. Seriöser formuliert: Er möchte mit Hilfe der experimentellen Archäologie neue Erkenntnisse über ein bislang kaum erforschtes Kapitel der römischen Kultur gewinnen.
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Autor/in: Claudia Detsch


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