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Hochwasser
Smarte Deiche trotzen Sturmflut
Jetzt toben an der Nordseeküste bald wieder die Frühjahrsstürme los. Regelmäßig zerstört der Blanke Hans die Deiche und verwüstet das Land dahinter. Das verursacht hohe Sachschäden und kostet Menschenleben. "Schluss damit!", sagen die Ingenieure. Sensoren messen den Druck auf die Sicherungssysteme und geben rechtzeitig Alarm.
Eine Überwachungstechnik soll Schäden an Deichen frühzeitig erkennen. In ihnen eingebaute Sensoren erfassen die Stabilität der Schutzwälle. Aus den Messungen sagt eine sich selbst steuernde Software Gefahrensituationen vorher. Servicemannschaften können dann rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen. Das Hochwasser-Schutzsystem wird derzeit am Livedijk im niederländischen Eemshaven getestet. Es ist Teil des europäischen Forschungsprojekts UrbanFlood.
Weltweit müssen 136 Millionenstädte in Küstennähe von Deichen geschützt werden. Der Druck auf diese Schutzwälle wächst, weil der Klimawandel die Meeresspiegel ansteigen lässt. Meteorologen sagen eine Zunahme von Stürmen und Sturmfluten voraus. Zur Sicherung werden Deiche erhöht oder ausgebaut. Eine weitere Strategie ist die Analyse von Deichen, um brüchige Teile zu identifizieren.
Globales Monitoring soll Sturmfluten und ihre Wucht brechen
Dieses sogenannte Deich-Monitoring, entwickelt von der Fima Siemens, ist ein Ableger aus der Überwachung von Produktionsanlagen. Zur Ermittlung der kritischen Größen nutzen die Ingenieure Versuchsdeiche, die sie gezielt zerstören. Zum Beispiel leiten sie eine künstliche Erosion ein, die die Rückseite des Schutzwalls auflöst. Das war bei der Nordsee-Sturmflut im Jahr 1953 Auslöser für ein katastrophales Hochwasser. Ein anderer Versuch simulierte ein Geschehen, das im Jahr 2005 in New Orleans die Flutkatastrophe auslöste. Wasser bohrte sich einen Tunnel durch den Deich.
Mit Daten aus diesen Szenarios füttern die Entwickler die Software des Deich-Monitoring. Dann wird die Sensorik darauf getrimmt, die Messdaten unter realen Bedingungen richtig zu deuten. Um auch jahreszeitliche Einflüsse wie den Wechsel von Niederschlägen oder Windrichtungen in die Auswertung mit einzubeziehen, dauert der Praxistest zwei Jahre lang. Tritt bei einer Sturmflut der Notfall ein, wird über Mobiltelefone und Navigationsgeräte in der Region Alarm gegeben.
In einem nächsten Schritt wollen die Forscher Deichabschnitte in Amsterdam und Sankt Petersburg mit dem Frühwarnsystem ausstatten. Kritische Veränderungen überwachen sie mit einer internetbasierten Softwareplattform. Langfristig wollen sie alle Schutzdämme überall auf der Welt daran anschließen und ein globales Monitoring-System gegen die Gefahren von Sturmfluten schaffen.
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