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Kultur & Gesellschaft
Sind Frauen wählerischer als Männer?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Beim ersten Kennenlernen muss sich entscheiden, ob mehr draus wird. Unterschwellig haben die Frauen dabei das Sagen.
Nicht nur das, sie sind bei der Partnerwahl auch anspruchsvoller und vor allem realistischer. Eine britisch-deutsche Studie, an der unter anderem die Berliner Humboldt-Universität und das Max-Planck-Institut beteiligt waren, ergab: Die Partnerfindung erfolgt letztendlich durch die Frauen, die im Gegensatz zu den Männern konkrete Ziele vor Augen haben, während die meisten Männer nur eines wollen: eine attraktive Frau.
Die Studie beobachtete Frauen und Männer in »speed-datings«, also beim ersten kurzen Kennenlernen, wo sich entscheidet, ob »mehr« daraus werden kann. Die Versuchsteilnehmer wurden vorher befragt, was sie sich erhofften und gaben eine Reihe von Eigenschaften an. Es waren nur die Frauen, die sich daran hielten – die Männer fuhren ausschließlich auf die hübschen Kandidatinnen ab und wollten sie gern wieder sehen. Theorie und Praxis lagen bei ihnen weit auseinander.
Die weiblichen Testteilnehmerinnen gingen pragmatisch und mit realistischer Selbsteinschätzung vor, indem sie zum Beispiel bei der Auswahl ihre eigene Attraktivität und damit ihre Chancen berücksichtigten. Bei den Treffen verschafften sie sich nach wenigen Minuten ein stimmiges Bild des Kandidaten, wobei die Einschätzung, ob er Sicherheit und materiellen Wohlstand gewährleisten könne, entscheidend war, ebenso wie seine vermutliche Tauglichkeit als Vater.
Damit sehen die Forscher in den Untersuchungsergebnissen bestätigt, dass tief sitzende evolutionäre Prozesse bei der Partnerwahl auch heute noch eine ganz entscheidende Rolle spielen. Das Schema, wonach Frauen in Männern die beste Qualität suchen, und Männer umgekehrt auf gutes Aussehen achten, erhöhe die Aussicht auf viele und gesunde Nachkommen.

























