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Kultur & Gesellschaft
Sind ausländische Spitzensportler die besseren Deutschen?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Was für „normale“ ausländische Bewerber unter anderem mit einer Mindestaufenthaltsdauer, dem Nachweis von Sprachkenntnissen und einem Einbürgerungstest verbunden ist, wird für Spitzensportler oft im Schnellverfahren erledigt.
Jüngstes Beispiel: die bevorzugte Einbürgerung des US-Basketballers Chris Kaman für die Deutsche Nationalmannschaft kurz vor dem Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele. Der NBA-Star von den L. A. Clippers mit den deutschen Vorfahren erhielt auf Initiative des Basketballverbands und des Deutschen Olympischen Sportbunds binnen weniger Wochen die deutsche Staatsbürgerschaft, obwohl er das Land bislang nur als Transitpassagier kennengelernt hatte und auch der Sprache nicht mächtig ist.
Entscheidend für die Blitzeinbürgerung waren Kamans Zusage, seinen Wohnsitz nach Deutschland zu verlegen, und die Zustimmung von Innenminister Wolfgang Schäuble. Der sah seine Entscheidung mit dem „herausragenden öffentlichen Inte-resse“ der Nationalteams gerechtfertigt und spricht von einem „Einzelfall“.
Kritiker entgegnen, Kamans Just-In-Time-Einbürgerung untergrabe die Integrität der Nationalmannschaft und sei der Nachwuchsentwicklung abträglich. Bereits 1995 hatten die Sportminister auf die von Vereinen und Verbänden ausgelöste Einbürgerungswelle ausländischer Sportler reagiert, indem sie beschlossen, die Zahl der Fälle pro Jahr zu begrenzen.
Und nicht immer klappt diese VIP-Schnelleinbürgerung, auch nicht bei unseren Nachbarn: In den Niederlanden etwa widersetzten sich die damalige Integrationsministerin und der Oberste Gerichtshof der Einbürgerung des Fußballtalents Salomon Kalou von der Elfenbeinküste – und das kurz vor der Weltmeisterschaft 2006.

























