Eine Theorie, die nicht praktisch im Leben Anwendung finden kann, ist wertlose Gedankenakrobatik.
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Kultur & Gesellschaft
Sex-Mythen. Was erzählen die uns?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Vergessen Sie Kaviar, Sellerie, Austern & Co. – ein netter Pornofilm, ein erotischer Roman oder geflüsterte heiße Worte bringen viel eher auf Touren.
Der Sex in unseren Köpfen ist ein delikates Gemisch aus Mythen, Konventionen und Vorurteilen. Meist haben die Sex-Mythen mit der Realität herzlich wenig zu tun. So zum Beispiel die vom Orgasmus: Sex ohne Orgasmus ist kein vollwertiger Sex – diese fixe Idee sitzt so tief in unseren Köpfen, dass unzählige Frauen (und auch Männer!) ihrem Partner lieber einen Orgasmus vorlügen, als zuzugeben, dass es manchmal etwas Schöneres geben kann als hemmungslose Ekstase. Etwa das Gefühl von Harmonie und Nähe, während man den anderen im Bett erkundet. Auch das ist Sex, auch das ist lustvoll – und gewiss kein Grund, schlechte Zensuren zu verteilen.
Oder der Mythos vom Sex in frühester Jugend: Britische Wissenschaftler haben sich dieses Themas jüngst angenommen und kamen zu dem Ergebnis: Die Jugendlichen verlieren keinesfalls in immer jüngerem Alter ihre Unschuld. Eine weltweite Studie ergab: »Ihr erstes Mal« erleben die meisten zwischen 15 und 19 Jahren.
In allen Ländern, auch in den Entwicklungsländern, stellten die Wissenschaftler die Tendenz zu immer späterer Eheschließung fest – dabei kam auch heraus: Verheiratete Menschen haben den meisten Sex! Ein weitere Legende, die dringend entzaubert werden muss: Sellerie, Austern oder Kaviar würden der Lust auf die Sprünge helfen. »Es gibt keine Aphrodisiaka. Nur sexuelle Reize regen die Libido an. Bei Männern sind es Bilder, bei Frauen verbale Erotik«, so Götz Kockott, Sexualwissenschaftler an der TU-München.
Zum Schluss noch die Legende vom Mann, der immer kann (und will): Selbst im Viagra-Zeitalter ist die Vorstellung, dass echte Männer keine sexuellen Probleme kennen, tief im Unterbewusstsein verankert. Obwohl hinlänglich bekannt ist, dass zeitweilige Erektionsschwierigkeiten völlig normal sind, bleibt das Thema ein Tabu. »Wer darauf verzichtet, irgendwelchen nutzlosen Idealen nachzujagen, der lebt und liebt gleich viel entspannter«, sagt die amerikanische Paarpsychologin Carole Gammer.

























