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Prickelnd
Sekt, Prosecco und Champagner
Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Das schäumende Zeug sei eine »Verwilderung des Geschmacks«, schimpft Charles de Saint-Évremond im Jahr 1701. Am englischen Hof gilt der Franzose als Stilikone. Die Londoner Gesellschaft bewundert seinen feinsinnigen Geist, und in Fragen des Genusses gibt er seit Jahrzehn-ten den Ton an. Die Weine aus der Champagne sind für ihn immer die besten gewesen. Doch nun dieser neumodische »Vin mousseux«, eine Beleidigung für den Gaumen des 90-jährigen Feinschmeckers!
Heute ist es kaum zu glauben, aber in den Kreisen von Weinkennern musste der Champagner, oder sein Vorläufer, der moussierende (schäumende) Wein, hart um Anerkennung kämpfen. Auch der französische Autor eines Buches über die »Kunst der guten Bewirtung« von 1674 fällt ein hartes Urteil: Die Liebhaber des »Vin mousseux« seien »Débauchés«, liederliche und zu Ausschweifungen neigende Menschen. Unter der Hand wird sogar gemunkelt, das Schäumen entstehe durch beigemischte Drogen. Aber wie war es zu dieser Geschmacksverirrung überhaupt gekommen? Wer hatte den Stein des Anstoßes, die kleinen, prickelnden Bläschen, in den Wein geschleust?
Tatsächlich verdanken wir die Entdeckung des Schaumweins einer zufälligen, aber gelungenen französisch-englischen Kooperation. Die Engländer schätzten im 17. Jahrhundert die frischen – stillen – Weine der Champagne. Um ihren Alkoholgehalt niedrig zu halten, pflückte man die Trauben unreif. In Fässern transportierten Schiffe den Most im Winter über den Ärmelkanal auf die Insel, wo ihn Weinhändler in Flaschen abfüllten. Wurde es im Frühling wieder warm, begann der junge Wein, in dem noch gärfähige Hefe war, noch einmal zu arbeiten. Natürlich geschah das auch in den Weinkellern der Champagne.
- Jeanne D´Arc
- England gegen Frankreich
- Benito Mussolini
























