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Geschichte & Politik
Seit wann gibt es Papier?
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Schon die Pharaonen und Priester in Ägypten kannten Papyrus: Ab 3500 v. Chr. wurde die Papyrusstaude verwendet.
Dabei legte man einzelne Blätter dieses Schilfgrases kreuzweise übereinander, schlug und presste sie. Durch die rüde Behandlung trat der Pflanzensaft aus und verklebte die Fasern. Anschließend musste das Blatt nur noch getrocknet werden. Später nutzten die Griechen und Römer Papyrus.
Unser Wort Papier leitet sich von dem griechischen »papyros« ab. Allerdings war Papyrus brüchig und mühsam herzustellen, sodass er aus der Mode kam. Für Urkunden, wichtige Texte und Bücher benutzte man in Europa in den nächsten Jahrhunderten Pergament, eine haltbare, aber auch kostbare Schreibunterlage aus Tierhäuten. Papier als Massenartikel aus Pflanzenfasern ist eine Erfindung der Chinesen (wieder mal!).
Der bislang älteste Fund stammt aus einem Grab aus der Zeit zwischen 140 und 87 v. Chr. Im Jahr 105 nach Christi beschreibt der Hofbeamte Ts'ai Lun ausführlich, wie Papier herzustellen sei. Das Papier jener Zeit bestand aus Seidenabfällen, dem Bast von Maulbeerbäumen, Lumpen und alten Fischernetzen. Die Chinesen haben alles gereinigt, klein gestampft und in Wasser gekocht. Dabei entstand ein Brei, der dann gepresst, getrocknet und geglättet wurde.
Im Laufe der Jahrhunderte kamen auch andere Pflanzenfasern dazu: Die Araber etwa nutzen Flachs und Hanf für ihr Papier. Sie hatten den Chinesen das Geheimnis der Papierherstellung im 8. Jahrhundert abgeluchst. In Europa kam Papier ab dem Mittelalter in die Schreibstuben. Lumpen, das heißt abgetragene Kleidung aus Leinen, lieferten damals den begehrten Rohstoff. Und bis Mitte des 19. Jahrhunderts änderte sich wenig daran. Erst 1843 gelang es Friedrich Gottlob Keller, Holzfasern zu gewinnen und daraus Papier herzustellen.
Fragende: Maren Wolf

























