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Südsee
Sehnsucht als Exportgut
Dieser Artikel stammt aus P.M. Perspektive
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Als die Europäer im 18. Jahrhundert die üppige Inselwelt der Südsee entdeckten, dachten viele, sie hätten das Paradies gefunden. Bis heute hält sich das Klischee vom sorglosen und freizügigen Leben der Polynesier. Doch was ist übrig geblieben von diesem Garten Eden?
So etwas hat man in Frankreich noch nie zuvor gehört: Da soll es im großen »Meer des Südens« eine Insel geben, deren Einwohner »keinen anderen Gott als die Liebe« kennen. Jeden Tag weihen sie ihr, und »die ganze Insel ist ihr Tempel«. Die glücklichen Menschen von Tahiti seien »unter dem schönsten Himmel geboren« und ernährten sich »von einer stets fruchtbaren Erde«.
Mit diesen Schilderungen im »Mercure de France« ruft der Arzt und Botaniker Philibert Commerson im Jahr 1769 nach seiner Heimkehr aus der Südsee geradezu hysterische Begeisterung hervor. Seine nur zart verschleierte Beschreibung des öffentlichen Paarens lebensfroher Menschen erregt die Fantasie der Leser. Ungezügelter Sex, vor den Augen anderer? Das ist unglaublich. Aber der Franzose lässt keinen Zweifel aufkommen: »Das Vorspiel wird von den Wünschen und Gesängen des ganzen versammelten Volkes angeregt und das Ende unter Beifall gefeiert. Auf diese Weise genießt der Tahitianer entweder die eigenen Wonnen oder die Sinnenlust der anderen.«
So etwas hat man in Frankreich noch nie zuvor gehört: Da soll es im großen »Meer des Südens« eine Insel geben, deren Einwohner »keinen anderen Gott als die Liebe« kennen. Jeden Tag weihen sie ihr, und »die ganze Insel ist ihr Tempel«. Die glücklichen Menschen von Tahiti seien »unter dem schönsten Himmel geboren« und ernährten sich »von einer stets fruchtbaren Erde«.
Mit diesen Schilderungen im »Mercure de France« ruft der Arzt und Botaniker Philibert Commerson im Jahr 1769 nach seiner Heimkehr aus der Südsee geradezu hysterische Begeisterung hervor. Seine nur zart verschleierte Beschreibung des öffentlichen Paarens lebensfroher Menschen erregt die Fantasie der Leser. Ungezügelter Sex, vor den Augen anderer? Das ist unglaublich. Aber der Franzose lässt keinen Zweifel aufkommen: »Das Vorspiel wird von den Wünschen und Gesängen des ganzen versammelten Volkes angeregt und das Ende unter Beifall gefeiert. Auf diese Weise genießt der Tahitianer entweder die eigenen Wonnen oder die Sinnenlust der anderen.«
Mehr zum Thema:
- Kolonialismus
- Pazifik-Paradies
- Natur & Reise
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