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Sonnensturm

Schutz vor dem Super-Sonnensturm

Wissenschaftler befürchten in den nächsten zwei Jahren einen Super-Sonnensturm. Im All positionierte Aufklärungs-Sonden sollen ein solches Ereignis frühzeitig erkennen und helfen, drohendes Unheil zu minimieren.

Die Sonne jagt einen Sonnensturm zur Erde. Sonden warnen die Menschen frühzeitig
Gerd Altmann / pixelio.de

Alle elf Jahre bilden sich auf der Sonnenoberfläche vermehrt dichte Magnetfelder. Die stärksten dieser Felder sind in Form der so genannten Sonnenflecken sichtbar. Ein Zyklus dauert elf Jahre. Einer Phase der Ruhe folgt eine der Aktivität.

Lange Zeit war wenig bis keine Sonnenaktivität zu beobachten. Aber die Sonne ist aus ihrem Schlaf erwacht. Wie ein riesiger Reaktor kann sie in aktiven Zeiten Plasma und Strahlung ausstoßen, welche sich als Sonnensturm der Erde nähern. Mit 6,4 Millionen Kilometer pro Stunde rasten Sonnenwinde Ende Januar 2012 durch das All.

 

Sonnensturm legt Satelliten lahm und führt zum Blackout

Besonders gefährlich werden die abgefeuerten Partikelmengen dabei den Satelliten. Aber auch Navigations- und Funksysteme können versagen. Aus Sicherheitsgründen werden Flugrouten geändert, die in Polarnähe verlaufen. In der Nähe des Nordpols bietet das Erdmagnetfeld weniger Schutz als anderswo.

Aus diesem Grund können sich normalerweise auch nur Bewohner nördlicher Breitengrade über das Naturschauspiel der Polarlichter freuen. Hier entlädt sich die Energie des Sonnenlichts auf der Erdatmosphäre.

Ein leichter Sonnensturm entlädt sich in viele Polarlichter auf der Erde
Dieter Schütz / pixelio.de

Ein Sonnensturm sollte nicht unterschätzt werden und kann verheerende Folgen nach sich ziehen. 1989 kam es in der kanadischen Provinz Quebec zu einem großen Stromausfall, der mehrere Stunden anhielt. In den kommenden Jahren wird ein neuer Höhepunkt der Sonnenflecken und des Sonnensturms erwartet.

Sonden Stereo A und B warnen die Menschen frühzeitig vor dem Super-Sonnensturm

Seit 2006 gibt es zwei Beobachter, die weit draußen im All die Sonne von zwei Seiten analysieren. Die je 600 Kilogramm schweren Sonden umrunden die Sonne in entgegen gesetzter Richtung. Stereo A (für „ahead“ = vorne) kreist in der Erdumlaufbahn und fliegt ihr voraus. Stereo B (für „behind“ = hinten) kreist in umgekehrter Richtung auf gleicher Höhe.

Das „Solar Terrestrial Relations Observatory“  (Stereo) kann erstmalig den Weg der Sonnenflecken nachvollziehen. Die Kameras der beiden Sonden verfolgen einen Sonnensturm von seinem Ursprung auf der Sonne bis hin zur Erde.

Horrorszenarien werden Realität, wenn ein Super-Sonnensturm die Erde trifft

Die Aufnahmen der Stereo-Sonden erzeugen zusammengesetzt ein dreidimensionales Bild des solaren Geschehens. Sie liefern wichtige Daten für ein Frühwarnsystem auf der Erde. Im Idealfall reicht die Zeit bis zum Eintreten des Sonnensturms in die Erdatmosphäre aus, um Sicherheitsvorkehrungen zu treffen.

Satelliten werden in den Ruhemodus versetzt und Flugrouten umgeplant. Bei dem Sonnensturm 2012 stellte das System erstmals seine Leistungsfähigkeit unter Beweis. Sollte sich ein Sonnensturm jedoch einmal in einen ausgewachsenen Tsunami verwandeln, sind weitaus schlimmere Szenarien denkbar. Den Metropolen dieser Welt droht ein Blackout, der sie wochenlang lahm legen kann. Aufstände der notleidenden Bevölkerung drohen.

Sonden umkreisen die Sonne und beobachten sie
NASA

In den Jahren 2012 bis 2014 rechnen Sonnenforscher mit einem Höhepunkt der Sonnenaktivität. Wie zufällig fällt auch das von den Maya vorhergesagte Ende der Welt am 21. Dezember 2012 in diesen Zeitraum.

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.3 (13 Bewertungen)
Autor/in: Sarah Lethmate
27.01.2012


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