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Kultur & Gesellschaft

Schuldenerlass für Afrika - reine Augenwischerei?

Schuldenerlass für Afrika - reine Augenwischerei?Schuldenerlass für Afrika - reine Augenwischerei?
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Die reichen Länder sperren sich ja nicht generell dagegen, die überschuldeten Staaten in Afrika zu entschulden. Die G8 haben sich unlängst im schottischen Gleneagles darauf verständigt, den Entwicklungsländern Schulden in Höhe von 55 Milliarden Dollar zu erlassen. Zwischen 1996 und 1999 wurden schon einmal insgesamt 70 Milliarden Dollar Schulden gestrichen. Viel genützt hat es nicht. Ein paar Jahre später sitzt Afrika wieder auf einem riesigen Schuldenberg, und trotz parallel fließender Entwicklungshilfe sinken Pro-Kopf-Einkommen und Lebenserwartung sogar.

Zum Teil werden dieselben Länder nun zum zweiten Mal entschuldet. Ein Neuanfang ohne Schulden – das ist zwar eine schöne Vorstellung. Sie geht allerdings an der afrikanischen Wirklichkeit vorbei. Beispiel Uganda: drei Milliarden Dollar Schulden im Jahr 2000, zwei wurden erlassen, heute sind es wieder fünf Milliarden, resümiert Andrew Mwenda von der Tageszeitung »Monitor« (Uganda) bitter. Die Einzigen, die von Schuldenerlassen profitierten, seien korrupte Regime und selbstherrliche Despoten – deren Misswirtschaft werde gedeckt, und die Bevölkerung müsse dafür büßen. Immer mehr afrikanische Intellektuelle sagen das.

Zwar ist der Entschuldungsplan offiziell an »gute Regierungsführung« geknüpft. Die Bedingungen werden aber eher lasch ausgelegt. In vielen Ländern, die in den Genuss der Entschuldung kommen, gibt es kaum übersehbare Demokratiedefizite. Und wenn schlecht geführte Regime durchgefüttert werden, bleibt umso weniger Geld zur Unterstützung positiver Ansätze übrig – ein fatales Signal. Deshalb fordern sogar afrikanische Politiker, die Entwicklungshilfe zu stoppen. Die Afrikaner würden zu Bettlern erzogen, sagt auch der kenianische Wirtschaftsexperte James Shikwati. Wenn sie sich nicht auf die Hilfe der reichen Länder verlassen könnten, würden sich die afrikanischen Staaten mehr für ihre Steuereinnahmen interessieren – und die produktiven Kräfte im eigenen Land unterstützen, statt ihnen willkürlich Steine in den Weg zu legen, argumentiert Mwenda.

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