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WLAN
Schlechtes TV-Programm austricksen
Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
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Schon 1992 beschwerte sich Rocklegende Bruce Springsteen über »57 Channels And Nothin’ On« – also über Masse statt Klasse im TV-Angebot. Besser ist es seitdem nicht geworden, aber die Ausweichmöglichkeiten sind gewachsen.
Möglich macht das die moderne PC-Technik. Sie verwandelt Fernsehgeräte in Multimedia-Schaltzentralen mit Internetzugang. Die aktuellen Top-Modelle nehmen per WLAN drahtlos Kontakt mit PC-Netzwerken auf.
Davon hat der Nutzer zunächst wenig. Erst ein DLNA-Server im heimischen Netz haucht den Apparaten Leben ein. Das Kürzel steht für die Digital Living Network Alliance, ein Konsortium, das sich mit der Vernetzung von Computer- und Unterhaltungselektronik befasst. Der DLNA-Server bereitet Multimediadateien – beispielsweise Musik im MP3-Format, JPEG-Digitalfotos oder Videoclips – für die TVs auf.
In der Praxis gibt es dafür mehrere Möglichkeiten: Im einfachsten Fall übernimmt der Rechner im Arbeitszimmer den Job. Neben der Verbindung zum PC-Netz braucht er Serversoftware: Auf Windows-PCs reicht die aktuelle Version des »Media Player«. Mehr Komfort bietet für 20 Euro der »Twonky Media Server«. Auch Netzwerkfestplatten (NAS) eignen sich oft als DLNA-Server.
Wer viele Multimediadateien auf Rechner oder NAS lagert und sie im Wohnzimmer nutzen will, der sollte vor dem Kauf einen Blick ins Datenblatt des Wunschgeräts werfen. Denn längst nicht jeder Fernseher spielt alle auf dem PC möglichen Arten von Medien ab.
Oft liegt der Teufel im Detail: Viele Funknetz-TVs interstützen beispielsweise das verbreitete DivX-Format – aber nicht alle kommen auch mit DivX-Videos in HDTV-Auflösung zurecht.
Die meisten Funknetz-Flachbildschirme können auch ins Internet. Aber auch hier unterscheiden sich die Konzepte der Hersteller deutlich in ihrer Flexibilität. Der korrekte Grundgedanke aller Anbieter: Ein Fernseher ist kein Computermonitor, die Couch kein Schreibtischstuhl, und mit Tastatur und Maus wollen nur Hartgesottene auf dem TV-Bildschirm durch Webseiten navigieren. Mit anderen Worten: Die Seiten müssen für den üblichen Betrachtungsabstand aufbereitet werden und sich mit der Fernbedienung steuern lassen.
Ein Lösungsansatz ist die Seitenbeschreibungssprache CE-HTML. CE steht für Consumer Electronics, HTML für HyperText Markup Language. Die herstellerübergreifende Sprache ist also ein Dialekt des für Webseiten üblichen HTML. Philips setzt darauf in seinen »Net TVs«: Die Niederländer organisieren nur ein jeweils landesspezifisches Portal, die Inhalte liefern Dritte – in Deutschland etwa die »Tagesschau«, YouTube, aber auch »Bild«. Mehr als 100 Partner hatte Philips zum Redaktionsschluss bereits. Zusätzlich kann der Nutzer aber auch einen Browser aufrufen und im WWW surfen.
Diesen Komfort bieten die Netz-TVs von Samsung nicht: Ihr »Internet@TV« greift nur auf vom Hersteller und Partner Yahoo aufbereitete Inhalte zu. Ein gutes Dutzend Dienste haben die Koreaner im Angebot, unter anderem Yahoo-Nachrichten, Flickr, Twitter und einmal mehr YouTube.
Einen Mittelweg geht der Kronacher Hersteller Loewe: Die Franken haben ihr zunächst nur für DLNA-Server gedachtes »Media Network« aufgefächert – in der aktuellen Version können die TVs YouTube-Videos direkt aufrufen; fürs Internetradio und -video bedient sich Loewe im Hintergrund der Dienste von »vTuner«.
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