Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben.
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Schaulust
Dieser Artikel stammt aus P.M. Fragen & Antworten
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Rund hundert Teleskope werden jede Woche in New York verkauft, dazu kommen Feldstecher, Teleobjektive und Operngläser. Aber es ist nicht die Astronomie, für die die New Yorker ihre Leidenschaft entdeckt haben, sondern für ihre Nachbarn.
In fremde Fenster hineinschauen – sehen, ohne gesehen zu werden, heißt die Obsession im Big Apple. In vielen New Yorker Hotels findet man neben kühlen Getränken jetzt auch ein Fernglas in der Mini-Bar. Andere Hotels preisen ihre Zimmer gar schon mit fest
installierten Teleskopen an.
Aber auch das Gesehenwerden wird in der Metropole ständig beliebter: Immer mehr Hotels haben Badezimmer, die bis zum Boden verglast sind.
Was ist los? Werden die Spanner salonfähig? Nun, Voyeurismus ist in großen Städten seit Langem ein weit verbreitetes Phänomen. Aber, so der New Yorker Soziologe Michael Kimmel, »in den letzten Jahren ist die Lust an der heimlichen Beobachtung immer größer geworden. Das kommt vor allem daher, dass die Leute heute glauben, dass jeder andere ein faszinierenderes Leben führe als sie selber.«
Zudem ist der verbotene Blick auf eine Person, die nicht weiß, dass wir sie beobachten, höchst erotisch. Kaum einer, der zufällig ein Paar beim Sex sieht, kann seinen Blick abwenden, auch wenn er zuerst nicht zuschauen wollte. Beim Voyeurismus wird dem heimlichen Gucker – im Gegensatz zu Pornofilmen oder Internetbildchen – vor allem eines geboten: absolute Authentizität. Keine Künstlichkeit, sondern das wahre Leben und Lieben real existierender Personen.
Übrigens finden auch immer mehr Frauen Gefallen am Beobachten: So auch die Schauspielerin Charlize Theron, die sich ganz offen zum Voyeurismus bekennt.
























