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Ärzte im Krieg

In Schützengraben und Lazarett

Dieser Artikel stammt aus P.M. HISTORY
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Seit Jahrtausenden ziehen Armeen in die Schlacht, und mit dabei sind beherzte Mediziner, die Verwundete versorgen. Oft müssen sie feststellen, dass ihre genesenen Patienten wieder ins Feuer geschickt werden.

Das Schlachtgetümmel vor den mächtigen Mauern von Troja wogte hin und her. Von Speeren oder Pfeilen oft tödlich getroffen, sanken die Krieger zu Boden: Kampf, Verwundung und Tod bildeten die dramatischen Höhepunkte des »Trojanischen Krieges«. Als Homer im 8. Jahrhundert v. Chr. darüber sein Epos »Ilias« schrieb, war der »Kampf um Troja« – wenn es ihn denn gegeben hat – schon fast 500 Jahre Geschichte. Zweifellos flossen persönliche Beobachtungen des Dichters in sein Werk. Der königlich-sächsische Oberstabsarzt Hermann Frölich sah 1879 in der »Ilias« sogar Indizien für ein militärisches und medizinisches Wissen ihres Verfassers. Homer, so meinte Frölich, war womöglich ein »Militärarzt im Sinne seiner Zeit«.

Richtige Ärzte kannten die homerischen Helden nicht. Bei leichteren Wunden versorgten sie sich gegenseitig noch auf dem Schlachtfeld. Auf der berühmten Trinkschale des Sosias aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. verbindet Achilles den verwundeten Patroklos, seinen besten Freund; es ist die wohl älteste Darstellung der griechischen Wundheilkunde.

Schwerer Verwundete wurden in einem Kampfwagen zu den Feldbaracken in der Nähe der Schiffe geschafft. Hier stärkten sie sich mit Wein. Die Wunde wurde mit warmem Wasser gereinigt, Pfeile herausgezogen, abgebrochene Speerspitzen aus dem Fleisch geschnitten und die Wunde mit schmerz- und blutstillenden Mitteln geschützt. Das war Aufgabe der »heilenden Männer«, zu denen auch Patroklos gehörte.
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Autor/in: Ulrich Doenike


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