Diese Seite bookmarken:

Diese Seite bookmarken

Totenkult

Schön für die Ewigkeit

Dieser Artikel stammt aus P.M. Magazin
Hier geht's zum aktuellen Heft »

Schön für die EwigkeitSchön für die Ewigkeit

Seit Jahrhunderten lässt die katholische Kirche die Leichen der Päpste konservieren. Nicht immer mit Erfolg. Doch Johannes Paul II. soll dank einer neuen Methode noch lange so aussehen wie am Tag seiner Aufbahrung. Die Geschichte des Totenkults im Vatikan.

Der Anruf aus dem Vatikan kam nicht. Dabei hatte Massimo Signoracci fest damit gerechnet. Seit vier Generationen sind die Signoraccis als Leichenpräparatoren in Rom im Geschäft. Sie haben die drei Vorgänger von Papst Johannes Paul II. einbalsamiert: Johannes Paul I., der 1978 nach nur 33 Tagen im Amt überraschend starb, den blassen Paul VI. (1963 – 1978) und den beliebten Johannes XXIII. (1958 – 1963). Warum klingelte das Telefon also nicht bei Signoracci, als der weltberühmte polnische Papst am 2. April 2005 um 21.37 Uhr nach langem öffentlichem Todeskampf gestorben war? Ging der Auftrag an die Konkurrenz?

Vatikan-Sprecher Joaquín Navarro-Valls gab drei Tage später eine Aufsehen erregende Erklärung ab: Der Leichnam Johannes Pauls sei nicht einbalsamiert, sondern lediglich für die öffentliche Aufbahrung bis zum Begräbnis am 8. April »vorbereitet« worden. Eine Sensation – denn die möglichst dauerhafte Konservierung päpstlicher Leichname gehört zu den uralten Ritualen der katholischen Kirche.

Bis vor etwa 100 Jahren wurden für die Einbalsamierung der Päpste ähnliche Methoden angewandt wie schon bei den ägyptischen Pharaonen. Sie wurden mit Harzen, Essigsäure und geheimen Kräuter-essenzen behandelt, doch vorher entnahm man ihnen die inneren Organe. Getrennt von den Körpern wurden diese in der Kirche St. Vinzenz und Anastasius am römischen Trevi-Brunnen aufbewahrt, wo sie bis heute als Reliquien verehrt werden. Erst Pius X. (1903 – 1914) schaffte die Organentnahme ab. Deshalb blieb der Wunsch vieler Polen unerfüllt, das Herz ihres Landsmanns Karol Wojtyla in Krakau beisetzen zu dürfen.

Hinter dem Einbalsamierungsritual steckte schon im Mittelalter der Wunsch, Leichen für die übliche öffentliche Aufbahrung präsentabel zu halten. Vor allem die weltlichen Herrscher starben – besonders in Zeiten von Kriegen und Kreuzzügen – selten dort, wo sie beerdigt werden sollten, und mussten nach ihrem Tod oft wochenlang über weite Strecken transportiert werden. Der Mittelalter-Experte Johannes Laudage von der Universität Düsseldorf nennt in diesem Zusammenhang die »mos teutonico«, die teutonische Sitte, Königsleichen vor der Überführung zur Haltbarmachung »zu pökeln und fünf Stunden kräftig auszukochen, um das Fleisch von den Knochen zu trennen«.

Im Vatikan des Mittelalters wurde zwar nicht im Kochtopf überm Feuer mit Leichenteilen hantiert, doch die Behandlung päpstlicher Leichen war keineswegs immer von Ehrfurcht geprägt. Papst Formosus (891 – 896) zum Beispiel wurde neun Monate nach seinem Tod aus seiner Gruft gezerrt, in päpstliches Ornat gesteckt und als Angeklagter zu seiner eigenen Gerichtsverhandlung gebracht. Die Mu-mie wurde beschuldigt, sich den Papstthron zu Lebzeiten unrechtmäßig angeeignet zu haben. Der amtierende Papst Stephan VI. (896 – 897) agierte als Ankläger, der Verteidiger, ein einfacher Diakon, war chancenlos. Formosus’ Mumie wurde schuldig gesprochen. Man riss ihr die Kleider vom vertrockneten Leib, hackte die drei Finger der rechten Hand ab, mit denen der einstige Papst den Segen zu erteilen pflegte, schleifte ihn durch die Straßen Roms und warf ihn schließlich in den Tiber. Das liegt rund 1100 Jahre zurück. Über den Zustand der präparierten Leiche des Formosus wissen wir wenig.

Detaillierter sind die Zeugnisse über den Leichnam des lebensfrohen Borgia-Papstes Alexander VI. (1492 – 1503). Er ging in die Geschichte ein wegen seiner zahlreichen Mätressen, wegen seiner undankbaren Kinder, die, kaum dass er tot war, seinen Palast plünderten, und wegen der unbekümmerten Art, wie er seine Gegner mit Gift aus dem Weg räumte. Er starb dann selbst am 18. August 1503 mit allen Anzeichen einer Arsenvergiftung. Da konnten auch die Präparatoren nicht mehr wegzaubern, dass er »schwarz war wie ein Neger und die geschwollene Zunge ihm aus dem Mund hing« (Professor Laudage).

Aber auch in jüngerer Zeit kam es nach dem Tod von Päpsten immer wieder zu Peinlichkeiten. So konnten die Präparatoren nach dem Tod von Pius XII. (1939 – 1958) nicht verhindern, dass er nach Augenzeugenberichten »grün wie ein Smaragd« anlief. Die Schweizer Gardisten, die ihn bewachten, fielen wegen des Leichengeruchs reihenweise in Ohnmacht und mussten im Viertelstundentakt abgelöst werden. Für die Präparation der Leiche waren die Leibärzte des Papstes, die Professoren Galeazzi-Lisi und Oreste Nuzzi, verantwortlich gewesen. In einer Pressekonferenz erklärten sie, dass sie sich mit ihrer Methode an eine »altchristliche Praxis« ohne Organentnahme gehalten hätten, nach der schon der Leichnam Christi behandelt worden sei. Nicht unbedingt für sie sprach, dass sie mit einer Minox-Kamera Fotos vom sterbenden Papst gemacht und sie mit einem detaillierten Bericht über seinen Todeskampf verkauft hatten.

Nicht viel besser lief es, als Paul VI. im brütend heißen Sommer 1978 starb. Bereits 48 Stunden nach seinem Tod begann die Leiche zu verfallen – trotz der Bemühungen der Signoraccis, die ständig neue Eisblöcke unter den Toten schoben. Der Kiefer sackte ab, die Gesichtshaut verfärbte sich, die Fingernägel wurden grau.

Dann der Tod des Kurzzeitpapstes und direkten Wojtyla-Vorgängers Johannes Paul I., über dessen Umstände immer noch Gerüchte bis hin zum Mordkomplott kursieren: In größter Eile hätten die Signoraccis den Leichnam präparieren müssen, flüsterte man in Rom. So sollte eine Obduktion verhindert werden, die die Wahrheit an den Tag gebracht hätte ...

Grund genug, die traditionelle Bestatterfamilie nicht mehr zu beschäftigen. Aber wie und von wem wurde der Körper von Johannes Paul II. auf die ansonsten in allen Details kommunizierte sechstägige Bestattungszeremonie vorbereitet? Abgesehen von der erwähnten dürren Erklärung des Vatikan-Sprechers, hüllte sich die Kirche darüber in Schweigen. Ein anderer aber sprach: Giovanni Arcudi, Chef der Gerichtsmedizin an der römischen Tor-Vergata-Universität, bestätigte, dass ihn der Anruf erreicht habe, auf den Massimo Signoracci in der Todesnacht des Papstes vergeblich gewartet hatte. Doch hätten seine Auftraggeber ihn auf absolutes Stillschweigen über seine Arbeit eingeschworen.

Wie kann ein nicht einbalsamierter Toter sechs Tage ohne ein äußeres Zeichen der Verwesung überdauern? Experten sind sich einig, dass das nicht möglich ist. Der renommierte Münsteraner Bestattungsunternehmer Harald Stokkelaar glaubt an ein Missverständnis durch laienhaften Sprachgebrauch: »Einbalsamiert in dem Sinn, wie wir das schon von den alten Ägyptern kennen, werden Leichen heute nicht mehr«, sagt er. Stokkelaar hat in Deutschland eine Bestattungsmethode eingeführt, die aus Ländern stammt, wo das Abschied nehmen am offenen Sarg verbreiteter ist als bei uns. Er nennt sie »präventive Behandlung«, in England und den USA spricht man von »modern embalming«. Die Engländer seien durch ihre Kolonialzeit, in der Verstorbene immer wieder auf langen Reisen in die Heimat überführt werden mussten, besonders fortgeschrittene Leichenpräparatoren, erläutert Stokkelaar.

Der Bestatter aus Münster ist überzeugt, dass der tote Johannes Paul II. der gleichen Prozedur unterzogen wurde, die Stokkelaar selbst 1999 an der Leiche von Raissa Gorbatschowa vorgenommen hat. Die Frau des Ex-Präsidenten der Sowjetunion war in einer Klinik in Münster gestorben und einige Tage in Stokkelaars Trauerräumen aufgebahrt, bevor sie in ihre Heimat überführt wurde.

Beim »modern embalming« wird eine formaldehydhaltige desinfizierende Lösung mittels einer Kanüle und eines Schlauches ins Arteriensystem gepumpt – zum Beispiel über die Halsschlagader. Durch die Zellwände verbreitet sich die Flüssigkeit im ganzen Körper. Je nach Stärke der Lösung könne der Verwesungsprozess dadurch vier bis sechs Wochen aufgehalten werden, sagt Stokkelaar. Die Methode verleiht dem Toten ein rosiges Aussehen, Blaufärbungen im Gesicht, wie sie zum Beispiel nach Herzinfarkten vorkommen, verschwinden. Zur Unterstützung verwenden Bestatter häufig eine Kühlplatte, auf die sie die Toten betten. Wichtig sei es, dass während der Schaustellung immer wieder kleine Korrekturen vorgenommen werden können. Experten vermuten, dass deshalb während der Aufbahrung Johannes Pauls II. der Petersdom täglich zwei Stunden »für Reinigungsarbeiten« geschlossen wurde.

Soweit bekannt, ist diesmal alles wie geplant verlaufen. Zu Ohnmachtsanfällen kam es höchstens, weil noch nie in der Geschichte des Papsttums so viele Menschen aus aller Welt von einem toten Papst persönlich Abschied nehmen wollten. Allerdings wurde ihnen nach stundenlangem Schlangestehen nur ein kurzer Blick auf das Antlitz des Toten erlaubt. Innehalten durfte keiner, anfassen war verboten. Vielleicht, weil von der Aufbahrung Pius’ IX. (1846 – 1878) überliefert ist, dass seine makellosen Goldpantoffeln am Ende von den Berührungen der Gläubigen durchgewetzt waren.

Die neuen Regeln für die Bestattungszeremonie hatte Johannes Paul II. 1998 noch selbst genehmigt. Pünktlich zur Beerdigung brachte die Vatikanische Verlagsbuchhandlung sie unter dem Titel »Ordo Exsequiarum Romani Pontificis« auf den Markt. Eine der Neuerungen ist die »Verhüllung des Antlitzes«. Zu Beginn der Begräbnisfeier bedecken der Zeremonienmeister und der Privatsekretär des Papstes das Gesicht des Verstorbenen mit einem weißen Seidentuch – ein Symbol dafür, dass der Tote seinen Blick von der Erde abgewandt und jetzt ganz auf Gott gerichtet hat. Abgeschafft wurde die heidnische Geste, dem Toten Münzen auf die Augenlider zu legen; dieses Geld war der Lohn für den Fährmann Charon, der die Verstorbenen über den Totenfluss Styx ins Jenseits brachte. Stattdessen werden Säckchen mit Medaillen aus den Pontifikatsjahren und in einer versiegelten Kapsel ein Dokument in lateinischer Sprache über die Amtszeit des Papstes in den Sarg gelegt. Nach der Totenmesse wird der einfache Sarg aus Zypressenholz in einen zweiten aus Blei und einen dritten aus Eiche eingeschlossen und ins Grab versenkt.

Karol Wojtyla, der 266. Papst, liegt im Petersdom gleich neben dem heiligen Petrus, dem ersten Papst der Geschichte. Die Gebeine, die sich in der Gruft des Apos-tels befinden, soll Papst Silvester I. (314 - 335) auf himmlischen Ratschlag aus den Katakomben geholt haben. Zur Identifizierung schlug er damals vor, dass »die größeren Knochen dem Prediger Paulus, die kleineren dem Fischer Petrus« gehören. Wie er zu dieser Entscheidung kam, ist ein Rätsel – denn Paulus wurde immer als »kleiner Mann« beschrieben; und auch sein selbst gewählter Name bedeutet nichts anderes: Paulus = der Kleine.

Bis 2001 war Johannes XXIII. der Nachbar von Petrus im Petersdom gewesen. Dann ließ Johannes Paul II. seinen populären Vorvorvorgänger 2001 im Zuge eines Seligsprechungsprozesses aus dem Grab holen und den Dreifachsarg entsprechend dem Ritual der »Erhebung der Gebeine« öffnen. Großes Erstaunen: Der Körper von Johannes XXIII. war unversehrt erhalten und sah aus wie am Tag seiner Aufbahrung 38 Jahre zuvor.

Was war geschehen? Dass der Leichnam wie etwa die Polit-Mumie des russischen Revolutionärs Lenin oder der argentinischen Arbeiter-Ikone Evita Perón durch regelmäßige Bäder und Nachbehandlungen jahrzehntelang in Schuss gehalten wurde, darf man ausschließen. Bleiben zwei Erklärungen: Entweder er wurde für eine längere Zeitspanne als zur Aufbahrung notwendig präpariert. Oder – es war ein Wunder.

Auf Wunder dieser Art scheint die katholische Kirche ein Monopol zu besitzen. Rund hundert Beispiele zählt die Amerikanerin Joan Carroll Cruz in ihrem Buch »The Incorruptibles« (die Unbestechlichen, Unverderblichen) auf. Eines der spektakulärsten ist die 1879 gestorbene Bernadette Soubirous, der in Lourdes die Mutter Gottes erschienen sein soll. Zum erstenmal grub man sie 30 Jahre nach ihrem Tod aus – unversehrt und wohlriechend. Zehn Jahre später untersuchte man sie erneut: perfekt. Seitdem kann sich jeder davon überzeugen – im französischen Nevers liegt sie in einem Glassarg.

Wenn der Körper eines Menschen nicht verwest, wird das von vielen Katholiken als Zeichen höchster Reinheit und Seligkeit gewertet, gerade weil der Pfarrer in der Kirche jedes Jahr am Aschermittwoch predigt: »Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst.«

Mit religiösen oder psychologisierenden Erklärungen allein gibt sich der moderne Vatikan allerdings nicht zufrieden. Deshalb hat er in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder namhafte Wissenschaftler beauftragt, das Phänomen der »Unverderblichen« zu untersuchen. Der Pathologe Ezio Fulcheri von der Universität Genua studiert es seit 1986. Er entlarvte zum Beispiel die angebliche Selbstkonservierung der 1297 nach Augenzeugenberichten »mit Jubel und leuchtendem Antlitz« als Heilige gestorbenen Margarete von Cortona als eine Tat menschlicher Konservierungskunst: Tiefe Schnitte entlang der Oberschenkel, im Unterleib und in der Magengegend waren der Heiligen offenkundig nach ihrem Tod beigebracht und anschließend grob vernäht worden. Die Einbalsamierung geschah vermutlich mit einfachen Mitteln wie Natron, das die natürliche Austrocknung der Leiche künstlich beschleunigt – ähnlich wie im Alten Ägypten. Außerdem entdeckte Fulcheris Team aus Pathologen, Chemikern und Radiologen Spuren von Salben, duftenden Gewürzen und Essenzen von Myrrhe und Aloe auf dem Körper, die das Entstehen von Fäulnisbakterien verhindern. Der Experte glaubt, dass die Juden beim Auszug aus Ägypten das alte Einbalsamierungwissen mit nach Palästina genommen haben. Von dort sei es dann mit den ersten Christen nach Rom und ins restliche
Europa gekommen.

Das »Wunder« der Margarete ist also enträtselt. Doch was ist, 700 Jahre später, mit der wundersam erhaltenen Leiche Johannes’ XXIII. geschehen? Geraune und Gerüchte nach der Umbettung 2001 wurden immer lauter. Da meldete sich ein Mann zu Wort, der vor 38 Jahren als junger Anatomie-Experte der Katholischen Universität in Rom bei den Bestattungsvorbereitungen für Johannes XXIII. im Team der Signoraccis dabei gewesen war: Gennaro Goglia. Gemeinsam mit den anderen Fachleuten gelangte er damals in einem privaten Aufzug in die päpstlichen Gemächer. Dort musste die Gruppe eine Stunde warten, bis der Bildhauer Giacomo Manzu die bronzene Totenmaske fertig gestellt hatte. »Manzu kam raus, wir gingen rein«, erinnerte sich Goglia. Durch eine Kanüle im Handgelenk des Toten presste er rund fünf Liter eines Gemischs aus Ethanol, Formalin, Natriumsulfat und Kaliumnitrat in den Leichnam. Weil Johnnes XXIII. an Magenkrebs gestorben war, mussten weitere fünf Liter direkt in den Magen injiziert werden, um dort den Fäulnisprozess zu stoppen. Die Prozedur dauerte etwa sechs Stunden. Goglia betonte, dass dem Papst kein Blut entnommen worden sei: Man befürchtete, es könne in falsche Hände geraten und als Reliquie verkauft werden.

Neben dem Geschick der Präparatoren hat auch die Aufbewahrung in einem absolut luftdicht verschlossenen Dreifachsarg für den guten Zustand des Leichnams gesorgt. Wie später bei Johannes Paul II. waren die Särge aus Zypressenholz, Blei und Eiche. Nüchterner Kommentar des Vatikans nach Goglias Enthüllung: »Es gibt keinen Hinweis auf übernatürliche Einflüsse.«

Johannes XXIII. wird seit seiner Selig-sprechung ähnlich wie die heilige Bernadette öffentlich ausgestellt. Der Glassarg ist kugelsicher und mit einem hochgiftigen Stickstoffgemisch belüftet, das Bakterien und Schimmel abtötet. Ein Kühlsystem sorgt dafür, dass auch Temperaturen über 36 Grad Celsius keinen Schaden anrichten. Präparator Goglia ist mit seinem Werk zufrieden. Er bedauert nur, dass später eine Wachsmaske über das Gesicht »seines« Papstes gezogen wurde: »Das sieht aus wie bei Madame Tussaud«, sagt er. »Ich hätte das mit einer Reinigungslotion besser hingekriegt.«

Nun also ist Johannes XXIII. im Petersdom ansehnlich unter Glas aufgebahrt, und am Ehrenplatz gleich neben dem Petrus-Grab liegt Johannes Paul II., der Wojtyla-Papst. Der Neue auf dem Thron, Benedkit XVI., vormals Joseph Kardinal Ratzinger, hat das Seligsprechungsverfahren für seinen Vorgänger mit ungewöhnlicher Eile eingeleitet. Nun warten die Gläubigen darauf, dass der Verstorbene nach seinem Tod ein Wunder bewirkt – wichtigste Voraussetzung einer Seligsprechung. Sobald es von den vatikanischen Experten geprüft und als echtes Wunder anerkannt ist, wird es wohl auch zur »Erhebung der Gebeine« von Johannes Paul II. kommen. Wie wird sich Wojtylas Leiche dann präsentieren? Wundersam erhalten?

Eigene Bewertung: Keine Durchschnitt: 4.5 (2 Bewertungen)
Autor/in: Barbara Hartl


Mehr zum Thema:

Einsortiert unter:

Einbalsamierung  /  Johannes Paul I.  /  Johannes Paul II.  /  Papst  /  Pharaonen  /  Signoracci  /  Vatikan